Hanns Seydel

DER LEICHENZUG


Die Totenmess` war ernst und herb,
das Totenamt, es steht fürs Sterb`.
Die Tote wurde hoch geehrt,
sie ward im Leben hoch verehrt.
Wo vorher war der Welten Pracht,
wo vorher war des Lebens Kraft,
da floss dann mehr und mehr
der Tränen weites Meer.

Wo sonst ein lieblich` Lächeln war,
wo sonst der Augen Paar stets strahlte,
da war nun herbste Trauer gar
und dies das Leben heftigst malte.
Der Leichenzug, er steht für Tod,
der Leichenzug bewirkt stets Trauer.
Der Leichenzug, er zeugt von innrer Not,
der Leichenzug, er führt zu Grabes Mauer.

Der Leichenzug, er ist kein leichter,
die Trauergäste werden bleicher.
Sie sind tief und tiefer aufgewühlt
bei Leichenzuges fühlend` Ernst.
Der Zug für diese wertvoll` Leiche,
er heilig auf dem Friedhof wirkte.
Des Zuges hehre Leiche,
sie ist in Gottes ewgen Hände`.

Der Leichenzug bewegt sich klar,
die Trauernden sind stumm und starr.
Und düster plötzlich wird die Luft,
so düster trüb wie Gräbern Gruft.
Denn wie aus dem reinen Nichts,
es prasselte mit bös` Gesichts
ein Regenmeer mit herbem Gang
und machte alle bitter bang.

Und wieder plötzlich, auf ei`m Mal,
der Himmel war dann nicht mehr fahl.
Der Leichenzug das Grabe sieht,
sein Ziel, er hat es nun erreicht.
Am Grabe angekomme`,
der Pfarrer dann sehr ernst
hat eingesegnet die Verstorbne
und sprach ein lang` Gebet !
(AMEN)


( E N D E )
Hanns SEYDEL, 04.04.2020

Werk 148
( 147 wurde früher bereits gepostet, jedoch ohne Angabe der Werknummer. )

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