Patrick Rabe

Chicken Deluxe

 

Chicken Deluxe

(Eine Belehrung an Till, während Obel mit Alan Bangs Herbert Grönemeyer-Videos guckt, um ihn zu quälen)

 

 

 

Ich fickte sie am Hähnchengrill,

das stopfte ihre Mäuler,

in Hamburg sagt man „Heeeeehnchen“, Till,

Berliner sagen „Breuler“.

 

Doch ganz egal, was man da sagt,

hauptsache voll erregt,

und das Ergebnis nicht vertagt,

das Chick schnell flachgelegt.

 

Sofort war Gackern dort zu hör’n,

die Smartphones liefen heiß,

was ankam, war wie „stille Post“,

sodass jetzt jeder weiß:

 

„Der Wienerwald macht Hühner kalt,

dort gibt es keine Wiener,

hat er sie mit ner Wust geknallt?

Da lachen ja die Hühner.“

 

Die Teenies rannten lachend weg,

um irgendeine Ecke,

und trieben’s lesbisch im Versteck,

geschützt von einer Hecke.

 

Und so erfährt man allerhand,

was man nicht wissen will,

steht man zu lang am Hähnchenstand,

ich sagte es ja, Till.

 

 

 

© by Patrick Rabe, 17. September 2020, Hamburg.

 

 

 

Dies ist eine kritische Bestandaufnahme des digitalen Zeitalters, und der Tendenz zu Klatsch und Tratsch, die durch die Schnellübermittlung von Smartphonedaten noch wesentlich befördert wird.

Außerdem ist es eine Hommage an den Musikfernsehsender VH1, der in den 1990ern und Nullern große Dienste an der Rock-Community tat, indem er einfach ein gutes, hochwertiges Programm ausstrahlte. Till, Obel und Alan Bangs waren Moderatoren auf VH1. Aufforderung ans deutsche Fernsehen: Spielt mehr Rock und Alternative, und bringt mehr Konzerte, auch die Klassiker aus den 1960ern, 70ern, 80ern, 90ern, Nullern und Zehnern. Der WDR-Rockpalast muss die doch noch irgendwo haben. Gerne auch mal alles davon auf legale, offizielle DVD’s. Es gibt noch Menschen jenseits der digitalen Welt! Und Kentucky schreit ficken, äh, Kentucky fried chicken-Gutscheine für alle!

 

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Die Glaubens-und Liebesgedichte von Patrick Rabe sind mutig, innig, streitbar, vertrauens- und humorvoll, sie klammern auch Zweifel, Anfechtungen und Prüfungen nicht aus, stellen manchmal gewohnte Glaubensmuster auf den Kopf und eröffnen dem Leser den weiten Raum Gottes. Tief und kathartisch sind seine Gedichte von Tod und seelischer Wiederauferstehung, es finden sich Poeme der Suche, des Trostes, der Klage und der Freude. Abgerundet wird das Buch von einigen ungewöhnlichen theologischen Betrachtungen. Kein Happy-Clappy-Lobpreis, sondern ein Buch mit Ecken und Kanten, das einen Blick aufs Christentum eröffnet, der fern konservativer Traditionen liegt.

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