Hanns Seydel

DIE AKROPOLIS IN ATHEN (2020)


Neugriechisch als "Oberstadt Athens" bezeichnet,
schon mannigfach, sie hat Tourist` bereichert.
Die Akropolis ist eine Augenweid`,
sie beeindruckt Leute weit und breit.
Intressant ist es, zu lesen,
was im Altertum einst war gewesen.
In dem großen ausgedehnt` Athen
die Akropolis, sie musst` entstehn.

Als Stadtfestung wurde sie geplant,
massiv und mehr als wetterfest.
Nie ward Größere genannt
auf dieser weiten Welt.
In ihren ganz gewaltigen Gebäuden
war Herrlichkeit bei allen Räumen.
Der Nimbus der Akropolis,
er ist wie ein Geheimnis.

Doch die Freude wurd` getrübt,
als die Perser der Akropolisen Tempel
beim Angriff stärkstens hatt` zerstört,
um zu statuieren ein Exempel.
Ohne jed` Begrüßung,
die Perser bracht` Verwüstung.
Die sonst so freundlich` Perser,
im Kampf, sie warn Berserker.

Das Fundament, es ward erschüttert,
der Griechen Starke warn bekümmert.
Die Schwachen warn verschüchtert,
nicht mehr wurd` die Tier` gefüttert.
Die Mauern warn zerstückelt,
manche Überrest` verschüttet.
Der Stein` Verbindung war zerrüttet,
sie wurde regelrecht geschüttelt.

Und krass und krasser schlugs da drein
mit flammend schrecklich schlimmem Schein.
Die Akropolis anders als früher musste sein,
es wackelte fast jeder starke Stein.
Niederbrechend warn ihr` Türme,
als Vernichtung kam wie stärkste Stürme.
Aus Bodens Tiefe kroch herauf Gewürme,
es verstärkte sich das allgemeine Düstre.

Da krachten die Balken im Hochdiskant
in einer Lautstärk` wie noch nie gekannt.
Beim Bart des Propheten,
da half nur noch Beten !
Und sieh`, die Perser verlorn ihrn Krieg,
Athen unter Perikles errang den Sieg !
Und Staatsmann Perikles,
er rief Bildhauer Phidas.

Der geniale Architekt Iktinos,
der Architekt Kallikrates,
ihr gewaltiger Kollege Mesikles,
sie arbeit` nach dem Will` des Perikles.
Wie aufgespießt stand die Ruine,
die zeugte von der einstgen Ehre.
Was einstens war entstanden,
nun wars krass verschwunden.

Da tat sich auf der schlimme Schlund
und tiefer und tiefer sahn sies bunt
wie im Erdreich gräßlich ganz geballt
Klumpen waren wie noch nie genannt.
Jetzt begann der Handwerk` Arbeit
und ausdauernd waren sie bereit,
ihr` ganze Kraft dem Werk zu weihn,
damit alle Mühen werd` gedeihn.

Das neue Werk, es war am Entstehn,
die neu` Akropolis wird nicht vergehn !
Der Grundriss war gezogen,
all` Bedenken warn verflogen.
Und tragend den riesenhaften Bau,
das Fundament ist durch und durch genau.
Der fertge Bau, das war das Ziel,
dafür wurd` unternommen viel.

Und hoch und hoch und immer höher
wuchs der Bau dem Himmel näher.
Doch das Ende kam erst später
und nichts mehr stand dann da wie früher.
Die Meister bauten Mammutsäulen,
sie ließen nichts versäumen.
Angstvoll entfernten sich die Eulen,
sie sahn der Meister Keulen.

Und höher und höher wuchs der Bau,
das stramme Arbeit` kennt kein` Stau.
Einsam wuchtig in die Höhe ragend,
ist das Fundament den Baue tragend.
Von amorpher Grundstruktur zunächst geprägt,
hat fest` Gestaltungswille dann gesiegt.
Denn die zunächst gestaltlos` Form
sprengt später jed` bekannte Norm.

Durchdacht im tiefst` Verstande,
in Meisters Geiste schon erschaut,
unvergleichlich im ganz` Lande
ward die Akropolis hehr neu erbaut.
Aufgebaut im Hochvormat
ist sie machtvoll in der Tat.
Formvollend` ist ihr` Ästhetik
und sie hat `ne eigne Ethik !

Monströse megabreite Mauern
mussten mächtig meistern Massen
von schauderhaft` Gewitterschauern,
die sprengten alle denkbar` Klassen.
Stein auf Stein ward aufgebauet,
kräftig durch der Muskeln Kraft.
Und der Betrachter tief ergriffen schauet,
was die Handwerk` haben groß erschafft !

Ein Menschenauflauf, fast wie Chaos,
kam zum fertgen Bauwerk heftig hin.
Herbeigeeilt im Überschwang des Echos
sahn die Leut` auch das, was war innendrin.
Und auf der ganzen großen Flur,
gewaltge Größe wirket nur.
Da war die Riesenfreude pur,
sie war so angenehm wie eine Kur !

Man hörte dann in höchsten Tönen
Jubelschall in diesem Schönen.
Wenn man sucht das Nichtalltägliche,
dann findet man das Ungewöhnliche !
Man betrachte also in dem Einzelnen
der Akropolisen ganz` Vergangenheit.
Denn die gehört zum Intressantesten
auf Europas ganzem Kontinent !!!



( E N D E )

Hanns SEYDEL, 23.02.2020 - 05.04.2020

( Werk 149 )


 

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