Patrick Rabe

Dichter und Muse

Dichter und Muse

 

Wenn eine Meute wittert Sang, so süß wie Morgentau,

dann ist ihr dies ein fremder Klang, so fremd wie eine Frau,

die sich so scheu im Mond verbarg, als Hauch nur noch, und dann

doch sah, es ist und bleibt so arg, im Mond war auch ein Mann.

Jedoch der Dichter, den sie ließ als bloße Hülle sitzen,

und den sie grausam von sich stieß, als deutlich ihre Zitzen

ihr zeigten, und auch ihm beileib‘, dies hier ist echt, kein Lied,

ist Liebe, ist kein Zeitvertreib, und das, was ist, geschieht;

der hält nun bang die Lyra fest, bevor die Lieder weichen,

doch gibt, wenn man sie atmen lässt, Frau Luna Hoffnungszeichen.

Und wenn der Morgenstern erscheint, die Venus sich entkleidet,

dann scheint ein Licht, das beide meint, das keiner ihnen neidet.

 

 

 

© by Patrick Rabe, 19. September 2020, Hamburg.

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Die Glaubens-und Liebesgedichte von Patrick Rabe sind mutig, innig, streitbar, vertrauens- und humorvoll, sie klammern auch Zweifel, Anfechtungen und Prüfungen nicht aus, stellen manchmal gewohnte Glaubensmuster auf den Kopf und eröffnen dem Leser den weiten Raum Gottes. Tief und kathartisch sind seine Gedichte von Tod und seelischer Wiederauferstehung, es finden sich Poeme der Suche, des Trostes, der Klage und der Freude. Abgerundet wird das Buch von einigen ungewöhnlichen theologischen Betrachtungen. Kein Happy-Clappy-Lobpreis, sondern ein Buch mit Ecken und Kanten, das einen Blick aufs Christentum eröffnet, der fern konservativer Traditionen liegt.

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