Hanns Seydel

MORDRED GEGEN ARTUS


Des Königs Artus übler Neffe,
der Mordred ward geheiße.
Der üble, böse Mordred
zu jeder Untat war bereit.
Der Artusrittern innrer Wert
war einzigartig auf der Welt.
Nur Einer war das Gegenteil,
Mordred war fern von jedem Heil.

Mordred war im Unglück wühlend,
Artus war vor Güte glühend.
Mordred war Bosheit sprühend,
Artus war Größe spürend.
Mordred war ein Einzelgänger
und ebenso ein Eigenbrötler.
Er war ein böser Einzelkämpfer
und übler als jed` Übeltäter.

Hingestellt als Misanthrop,
abgestempelt als Chaot,
hatt` er mehrere Gesichter
und konnt` sein der Größt` der Bösewichter.
Zwar war er äußerst intensiv,
doch sein` Intensität war negativ.
Denn er war krass massiv
und bedrohlich aggressiv.

Hass und Bosheit prägten ihn,
sie pochten in ihm innendrin.
Sich vor Rachsucht selbst verzehrend,
war er Gnade krass verwehrend.
Angsterzeugend, furchteinflößend,
Hass und Missgunst derb entblößend,
warn in Mordred böse Fluten,
die das Gute herb verfluchten.

Und breiter und breiter
und weiter und weiter
und länger und größer
ward Mordred noch gröber.
Verweigernd jede Freundlichkeit,
kannt` er auch kein` Heiterkeit.
Geisterhaft, sein herb` Gesicht
jedes Lachen kannte nicht.

So war er niemals freundlich
und ebenso nie höflich.
Das Bös` in ihm, es gärte, gärte,
grauenhaft, es nicht verjährte.
Erbärmlich und verrufen,
stand er auf sein` Stufen.
Ungesellig und allein,
kannt` er keinen schönen Schein.

Des Lächelns nur ganz mühsam fähig,
verscheuchend jede menschlich` Regung,
wollt` er trotzdem werden König
und gestaltet stur `ne stark` Bestrebung.
Verhängnisvoll, entsagungsvoll,
kummervoll und jammervoll
und im Endeffekt geheimnisvoll,
war er des Üblen mehr als voll.

Mordred war nur fragwürdig
und Artus absolut nicht ebenbürtig.
Zu zornigem Zwist krass fähig,
wuchs Mordreds Wut noch mehr als mächtig.
Allein schon die Erwähnung
von Angst bracht` seine Abneigung.
Er war von einem Menschenschlage,
der kannte kein Verzage`.

Wahrheit und Ehrlichkeit
bei König Artus immer war.
Mordred, in bedrohlich` Bosheit,
stellte schlimm das Böse dar.
Rabauke durch und durch,
als Schläger übel schlimm,
wurd` er öfters handgreiflich
und schlug Gegnern krass aufs Kinn.

Richtig drastisch derb
und schamlos bitter herb,
fehlt ihm das Hineinversetzen
in ein` andren Menschen.
Mordred konnt` sehr böse sein,
seine Seele war nicht rein.
Unwiderruflich Allen abgeneigt,
suchte er stets bittren Streit.

Er bracht` Britannien Verwüstung,
im Land herrscht überall Beklemmung.
Verhängnisvoll sind Hasses Kräfte,
sie sind Ausdruck böser Mächte.
Ohne Hemmung, ohn` Verdrängung,
nur Korrektheit ohn` Verirrung,
davon war erfüllt des Artus Geist,
der immer klar, stets nicht entgleist.

Bei der Ritter Tafelrund`,
sie saßen sich geg`über.
Und Artus sagt zu später Stund`
zu Mordred ernst hinüber :
"Vor vielen fernen Jahren,
da konnt` ichs herb erfahren :
Schon damals war Dein` Bosheit schlimm,
Du hegtest gegen Gutes Grimm.
Geh mir aus den Augen,
denn Dir ist nicht zu trauen.
Zu lange sitzest Du mir gegenüber,
Du erzeugst bei mir nur Ärger."

Und finster entgegnet ihm der Unhold :
"Mein Charakter hat ein` eigen` Sort`,
allein Dein` Erwähnung war ein Fehler.
Ich bleib` so, das weiß Jeder. "
Böse sah er ihm ins Angesicht,
im Herzen Mörderhass und Mörderglut.
In seinen Augen brannte böses Licht,
sein Blut, es wallte wie `ne düstre Flut.
Er harrte dann der Dinge,
die da dräuend kamen.
Sein Hass, er konnt` nur singe`:
"Stets, ich will bestrafen."

Unterschwellig war des Hasses Wut,
wachsend schlimm in innrer Glut.
Wo war denn da noch Neues
und wo war weiter Helles ?
Des König Artus Gattin er begehrt,
obwohl sie dauerhaft ihm war verwehrt.
Es war Nacht und er war schleichend
und dann die Königin umschmeichelnd.

Überschäumend, überschwenglich,
unverdorben, unvergänglich,
überirdisch, übermäßig
war die Frau des englisch` König`.
Er kam zu ihr mit Gedanken fast frivol,
dies erkannt` die Königin sehr wohl.
Doch sie wollt` ihn haben nie,
denn Ritter Lancelot, er warb um sie.

Unverhohlen sah er sie,
unverdrossen ging er seines Wegs.
Unentschlossen war er nie,
unerschrocken war er stets.
Und Mordred ließ Artus für tot erklären
in der Absicht, den englischen Thron zu besteigen.
Doch Artus sah des Mordreds Gefahr,
denn Artus immer hellsichtig war.

Da dachte sein sinnender Verstand :
"Ist`s bedeutsam, zu verzichten
auf die Kron`, die mich gebannt
stets bewog, nur Großes zu verrichten ?"
Selbst Zaubrer Merlin wusst` kein` Rat,
denn bei jeder einzeln` guten Tat,
er säte sicher sanfte Saat,
und die in höchstem Grad.

Nicht beachtend jede Warnung,
sprühend nur vor Spannung,
Mordred wollt` Entscheidungskampf,
auch wenn er kämpft mit letzter Kraf`.
Schauerlich kam bald sodann
die schlimme Schlachte von Camlann.
Das extreme Ausmaß an Gewalt
war vorher nicht gekannt.

Der Gewalte grauenhafte Macht,
sie zeigte sich bei Tag und Nacht.
Bedrohlich und beängstigend
kämpft` die Recken in der Gegend.
Und immer unverdrossen,
alle starken Kampfgenossen
mit Feuereifer stürzten sich
ins Kampfgewühle fürchterlich.

Bis an die Zähne waren sie bewaffnet,
schwere Schwerter schauderhaftest schwingend.
Schilder hebend, stark gewappnet
sucht` sie Siege, Siege händeringend.
Da tobten die Recken berstend und krass,
sie zeigten ihrn tief innersten Hass.
Manche schwangen schlimme Keulen,
fast, der Gegner war am Heulen.

Entartet war des Mordreds Trachten,
der Gegner sollt` vergehn in Qualen.
Bei Mordred wurd` finster nur geboren
die Niedertracht ganz ausgegoren.
Endlos warn des Hasses Weiten
und endlos war der Rache Glut.
Und der Gegner musst` begreifen,
dass er Opfer wird von Siegers Wut.

Grausig megaderb und ultraherb,
die Schwerter ward geschlag` zu Scherb`.
In die Herzen ward die Schwert` gestoß`,
hinein nur rasend wie Geschoss`.
Und in dem blutigen Szenario,
das wild und wilder um sich griff,
wurd` Artus richtig rabiates roh
und kämpft mit einem schrecklich` Schliff.

Miserabel morbider Mordred
war seltsam stark an dieser Stätt`.
Das Blutbad war sein Element,
er wurd` graniten härter als Zement.
Des Zaubrers Merlin ganzes Können,
obwohl einzig im Licht der Sonnen,
es konnte hier nicht helfen,
das Unheil war so groß wie Tonnen.

Artus traf, vom Siegeswill` erfüllt, auf Mordred
und brachte jenem wohlverdient den Tod.
Mordred bracht` Artus durch Verwundung arg in Not,
doch Artus konnte glücklich werd` gerett`.
Die Schlacht, sie war zu Ende
und blutüberströmt das ganz` Gelände.
Gespenstisch, geradezu krass geisterhaft,
war die Ruhe nach der Schlacht.

Endzeitstimmung strahlte stark
auf dem schrecklich` Schlachtfeld arg,
das war übersät mit Schildern und Schwertern
und schrecklich vorher war das Leiden.
Lauter leblos lange Leichen,
die nichts mehr konnt` erreichen,
lagen längs landeinwärts leicht,
denn verloren hatt` sie ihr Gewicht.

Die Gesichter grauenhaft verzerrt,
ihre Körper schauerlich entstellt,
lagen dort die toten Recken
auf ganzer Fläch` bis zu den Ecken.
Doch schleppten sich die Sieger
erschöpft in ihre Häuser.
Sie gedachten der Verlierer,
die einst ihn` waren teuer.

Des Feldes einstig heller Sand,
in dunkler Farb`, er sich befand.
Denn von Blut massiv durchtränkt
war das ganze groß` Geländ`.
Eine schlimme Stunde schlug,
denn die Aasgeier kamen angeflog`.
Die bekamen vom Leichenfraße nicht genug,
die Geier waren wie im süchtgen Sog.

Da drängten dann die düstren Dämpfe
von vielen modernd` Leichen
sogar bis in die Sümpfe
und konnten nicht entweichen.
Ausgelaugt und schwer erschöpft
kam Artus zu der Insel Avalon.
Dort hat ihn seine Schwest` geheilt
und Artus kam heim zu seinem Thron !



( E N D E )
Hanns SEYDEL, 11.03.2020 - 11.04.2020

Werk 157
(154 - 156 wurden früher bereits gepostet, jedoch ohne Angabe der Werknummer.)


 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.09.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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