Hanns Seydel

UNTER ZEITDRUCK


Der Arbeitsauftrag ist erteilt
und Autor weiß, die Zeit, sie eilt.
Denn jeder freischaff` Meister
will sein der Klasse Bester.
Der Verlag gibt vor den Zeitraum,
zu schreib` das Werk mit Pause kaum.
Die Zeit ist knapp bemessen,
das Werk, in ihr ist zu ermessen.

Geistesgröße gar gravierend
gigantisch gäret ganz gewaltig.
Im Kopfe alles buchstabierend,
ist der Entwurf bereits schon mächtig.
Der Blick zur Uhr verheißt nichts Gutes,
innerhalb vier Stunden, das Werk muss sein.
Des Meisters Stärke kennt nur Pures
und Erlahmen, das heißt Nein.

Erste Stund` ist grad vorbei,
der Gedankenfluss nimmt überhand.
Kraft ist da in der restlich` Stunden drei,
im Blick ist der Uhre Stand.
So eilen rasant die Minuten
und Pflichterfüllung heißt, sich sputen.
Der Arbeitsdrang löst jeden Knoten,
für den Arbeitswill` ist nichts verboten.

Es ist gerade Zwanzig Uhr,
es geht um Arbeit nur und nur.
Erfüllte Arbeit ist wie eine Kur,
danach wird getrachtet stärkstens stur.
Zweite Stund` hat angefang`,
ungebremst ist Schaffensdrang.
Dem Denker und Schaffer wird nie bang,
sein Gedankengang ist lang und lang.

Die zweite Stund`, sie hat die Hälft`,
das Weitergehn der Arbeit kommt zuerst.
Der Schaffer findet zu sich selbst
und vertieft sein Werk zunächst.
In dritter Stund`, das Werke wächst,
sein` Struktur wird immer mehr erweitert.
Ob der Anstrengung, der Meister ächzt,
doch ist er trotzdem begeistert.

Die vierte Stund` ist angebrochen,
des Meisters Innern bebet vor Dramatik.
Des Werkes End`, es ist noch nicht gekommen,
doch wächst es stetig, stetig, stetig.
Es ist jetzt sehr bald Mitternacht,
der neue Tag, er dann erwacht.
Und morgen, der Verlag erwartet
das fertge Werk, sehr gut geartet.

Noch eine halbe Stund` bis Mitternacht,
das Werk muss dann sein vollbracht.
Die Gedanken sprudeln und sprudeln,
alle gestaltet müssen sie werden.
Noch zehn Minut` bis Tagesend`,
der Meister arbeitet behend.
Des Meisters Geist ist so lebendig,
Punkt Null Uhr, das Werk ist fertig !



( E N D E )

Hanns SEYDEL, 16.04.2020 - 18.04.2020

( Werk 161 )

 

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Hanns Seydel).
Der Beitrag wurde von Hanns Seydel auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 25.09.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Oma Dorfhexe - Eine kleine Geschichte vom Niederrhein von Wolfgang Scholmanns



Anna und Frank ziehen mit ihren Eltern in ein kleines Dorf am Niederrhein, wo sie die alte Dame kennen lernen, die die Dorfkinder oftmals mit dem Namen "Oma Dorfhexe" betiteln.

Bei ihr lernen sie, wie man mit Reusen fischt und die Fische räuchert, sie gehen mit ihr Pilze sammeln und lernen sogar, wie man mit Heilkräutern umgeht.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (2)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Nachdenkliches" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Hanns Seydel

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

K A M I K A Z E 1 9 4 5 von Hanns Seydel (Krieg & Frieden)
Tränenbäche von Adalbert Nagele (Nachdenkliches)
Momentaufnahme von Edelgunde Eidtner (Humor - Zum Schmunzeln)