Karl-Konrad Knooshood

Wen man so alles trifft!

 

 

Neulich traf ich meine alte Freundin Umstritten,

sie war linksgrün vergewaltigt worden,

fahl und hohl, sie hatte arg gelitten,

unter den Gutamtlichen-Horden,

 

Jüngst traf ich meinen Kumpel Humanität,

er war kalkig, dürr und ausgemerkelt ausgemergelt,

wie nach 100 Jahren Nulldiät,

kränklich war er, bedenklich ausgezehret,

 

Letztens traf ich Tante "Muslimfeindlichkeit",

sie war mehr Schatten, schemenhafte Illusion,

verwirrt in ihrem Ganzkörper-Schleierkleid,

in kranker, kruder Konfusion,

 

Kurz darauf begegnete mir Mr. Multikultur,

dessen Muskulatur schwer atrophiert,

ausgeleiert seine lauchige Spargeltarzan-Statur,

"schön" und sein Anblick: sei dick apostrophiert,

 

Dann stieß ich auf meine Ex, Nachhaltigkeit,

sie sah nicht mehr aus wie sie selbst,

eine diffuse Unisex-Vielgestaltigkeit,

Definitionen sind mal grün, mal gelbsuchtgelb,

 

Und als ob das noch nicht alles wäre,

kam mir Fräulein Spaltung in die Quere,

Ich sprach, es sei mir eine Ehre,

und lächerlich die Schimäre,

die durchs Dorf man nun wieder triebe,

denn wer ist wirklich ihr Vergifter,

Wer ist der wahre Anstifter?,

Frug ich sie,

"Die Stasi", sprach sie, "das Ministerium für Liebe",

 

Schließlich traf ich sie, meine kalte Sophie Solidarität,

sie sah benutzt, beschmutzt, missbraucht aus,

zerfetzt, als ob man zwischengerät,

in die Waschanlagendinger da…,

 

Ihrer Busenfreundin Buntheit ging's nicht besser,

ganz und gar nicht prickelnd,

farbverschmiert, kein Regenbogen, blutig' Messer,

als hätt man sie in Krepppapier gewickelt,

und geschleift hinter 'nem Wagen her,

als würde wild gezogen der,

durch 20 rasende BLACK-BEAUTY-Rösser,

 

man glaubt's kaum, ein Traum unterm Apfelbaum,

ein Apfeltraum (RENFT), mein Pflaum,

traf auch auf Veritable Vielfalt,

die kannte ich von sehr viel früher,

sie war und blieb von Zwiespalt,

multimorphe Gestalt, ein ungewisser Blüher,

der für jedes Individuum variiert,

sie ist begrifflich zwar ausdefiniert,

doch jeder sieht was andres unter ihr,

Ich sprach: "Hallo Vielfalt, alte Nuss,

sei willkommen mir – du hier,

und nicht in OER-ERKENSCHWICK?,

Sie gab mir, ich ihr einen Kuss,

dann blieben in loser Verbindung wir,

weil ich irgendwann arbeiten muss,

Freunde fürs Leben – aber dick? 





(10.09.2020)(C) 2020 KnKnoo/MaximotoBest 

Normale Begriffe werden gern, allzu oft, missbraucht. Zurzeit von einer bedenklich immer linker
werdenden (medialen, politischen) Öffentlichkeit. Begriffe wie "Solidarität", "Vielfalt" und "Umstritten"
sind bis zur Unkenntlichkeit verändert, teilweise ihrer ursprünglichen Definitionsebenen entrissen. Ich
möchte sie wiederholen, ihnen wieder zur Würde verhelfen, indem ich schildere, wie sie aussehen, wenn
ich sie treffe. "Umstritten" ist dabei die einzige eher negativ verwendete Vokabel, denn "umstritten" ist
jeder, der sich nicht dem Mainstream und einer geforderten Einheitsmeinung anpasst/anpassen will und
im Rahmen der Cancel Culture zur Persona non grata erklärt wird. Umstrittene Autoren, Filmemacher,
Musiker oder politisch Aktive werden jedoch, ungewollt, dadurch interessanter. MONIKA MARON, THILO
SARRAZIN haben in jüngster Zeit jeweils "umstrittene" Werke herausgegeben, die eine einen fiktiven
Roman, der jedoch den Zeitgeist gekonnt aufgreift und (entgegen aller FAZ-SZ-TAZ-esken Unkenrufe) sehr
gut geschrieben ist, der andere gab ein neues, faktenreiches Sachbuch heraus, das unbedingt lesenswert
ist, weshalb ich sogleich damit begonnen habe.
Auch Begriffe wie "Solidarität" werden in dieser Zeit aufs Übelste missbraucht. Häufig wird, nicht nur im
Zusammenhang mit CORONA, eine Solidarität gefordert, die eher nach Mitläufertum, Herdentrieb und
schlichter Konformität ohne Hinterfragung riecht und die in der längst zutiefst gespaltenen Gesellschaft
einfach nicht mehr existiert. Ein leerer, hohler, toter Begriff, dem ich hier begegne. Ebenso wie der
Kampfbegriff "Vielfalt", das Große-Transformation-Stichwort "Multikulti"/"Multikultur" (frei nach
MERKEL), all diese Beispiele. Sie tun nur noch weh, zumal sie doch einmal positiv besetzt waren und
nicht die sprachliche Kapitulation bedeuteten, die Bankrotterklärung an einen heuchlerischen, sich selbst
belügenden, betrügerischen Zeitgeist inklusive Realitätsverweigerung.
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zum Gedicht

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