Hanns Seydel

DAS LÄCHELN UNTER TRÄNEN (2020)


Furchtabr ist die Seelenqual,
wenn nur Tragik ist die Wahl.
Grausam nur ist alles fahl
und wirkt stärker noch als Stahl.

Jahr für Jahr sie herb verlieret
eine nahestehende Person.
Ihr Vater neulich sterbet,
Tante, Mutter vorher schon.

Die Angst ist da, ob ihr Ehemann der Nächste ist,
ob auch bei ihm, es läuft die letzte Frist.
Oder ob ihr Patenonkel gehen muss,
der ihr stetig sendet schönen Gruß.

Ich kenne diese Frau seit Jahren,
ihre Güte habe ich erfahren.
Freundlich ist ihr ganzes Wesen,
sie glänzt in meinem Leben.

Als Erste starb ihr` Tante,
ergreifend sie stark weinte.
Und ich an jenem Tag, ich staunte,
denn später sie dann lächelte.

Obwohl sie war so traurich,
sie blieb trotzdem freundlich.
Dieses Lächeln unter Tränen
wertvolln Fraun ist eigen.

Ein Jahr drauf, ihr` Mutter ging,
ihr` Mutter, an der sie so sehr hing.
Wie war sie innerlich zerrissen,
dass dies hat herbest sein müssen.

In Flüssen flossen ihre Tränen,
doch verlor sie nicht ihr Lächeln.
Diese Freundlichkeit bei Seelenqual
zeigt Charakters starken Strahl.

Des Vaters Tod bracht` ihr soviel Schmerz,
dass fast brach ihr unendlich weites Herz.
Doch sie lächelte, obwohl sie weinte,
anteilnehmend denk` ich an sie heute !



( E N D E )

Hanns SEYDEL, 15.05.2020

( Werk 162 )

 

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In meinen Gedichten, schreibe ich mir meine eigene Realität, meine Träume auch wenn sie oft surreal, meistens abstakt wirken. Schreiben bedingt auch meine Sprache, meine Denkmechanismen mein Gefühl für das Jetzt der Zeit.

Ich vernehme mich selbst, ich höre tief in mich rein, bin bei mir, hier und jetzt. Die Sprache ist dabei meine Helfershelferin und Komplizin, wenn es darum geht, mir die Wirklichkeit vom Leib zu halten. Wenn ich mein erzähltes Ich beschreibe, beeinflusse, beschneide, möchte ich begreifen, wissen, welche Ursachen Einflüsse bestimmte Dinge und Menschen auf mein Inneres auf meine Handlung nehmen, wie sie sich integrieren bzw. verworfen werden um mich dennoch im Gleichgewicht halten können.

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