Herbert Kaiser

Das wahre Leben

Es kann sein, dass wir in einem Film mitspielen 

Den man unser Leben nennt

Das Drehbuch längst geschrieben, ohne unseren Willen 

Und jeder sich dazu bekennt. 

 

Wir sitzen im globalen Kino, fußfrei erste Reihe 

Und sind gebannt seit der Geburt 

Damals erhielten wir als Schauspieler die Weihe

Seitdem ein jeder durchs Geschehen tourt. 

 

Die Bilder haben Kraft, sie suggerieren 

Dass wir alle Helden sind 

So folgen wir dem Spiel auch ohne Murren 

Vertrauen dem Geschehen blind. 

 

Jeder schreit lauthals Ich und meint die Marionette 

Die vor seinen Augen tanzt 

Ob Mann ob Frau, das glauben Blonde und Brünette

Weil man Herz und Hirn hat ihnen eingepflanzt. 

 

Im Hintergrund ist nur die leere Leinwand 

Die immer gleich bleibt, völlig unberührt vom Stück

Sie bleibt neutral, erhebt auch keinen Einwand 

Sie spiegelt lediglich den Reigen von Freude, Leid und Glück. 

 

Sie ist das Sein, die Unendlichkeit ruht in ihrem Wesen 

Die Figuren sind nur Kinder ihrer Zeit 

Als wahrer Frieden ist sie immer da gewesen

Hält das Geschehen auch den Tod bereit. 

 

Dieses Bewusstsein offenbart sich selbst in allen Dingen 

Und bleibt als ungeteiltes Ganzes stets sich treu 

Es spielt mit allen Formen, gibt dem Adler Schwingen 

Und mischt in jedem Augenblick die Karten neu.

© Herbert Kaiser 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.09.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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