Andreas Vierk

Nahrungskreislauf

 

 

 

 

Kann denn ein Meer in uns ersaufen?
Erstickt’s in unsren Lungen?
Muss sich’s im Aderwerk verlaufen?
Kann man’s an Sushi-Theken kaufen,
aus Leichen ausgewrungen?

Der Pottwal futtert gern Prothesen,
wenn sie aus Plastik sind.
An Ahab sind sie’s nicht gewesen,
hab ich im „Moby Dick“ gelesen.
Man kann aus Pottwal-Grind

kosmetische Produkte machen,
aus Menschenföten auch.
So kann von roten Lippen lachen
und Herzensgluten hell entfachen
der Tod aus deinem Bauch.

So kehren wir ins Meer zurück,
als führen wir gen Himmel.
Von dir ein Stück, von mir ein Stück,
in unsren Adern Neon-Glück:
ein Fadenwurm-Gewimmel.

Das Plastik kommt vom Erdöl her,
das Öl von Schlick und Schnecken.
Das Plastik schmeckt der Umwelt sehr,
da braucht sie keine Wesen mehr
und kann getrost verrecken.

 

 

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Septemberstrand: Gedichte Taschenbuch von Andreas Vierk



Andreas Vierk schreibt seit seinem zehnten Lebensjahr Prosa und Lyrik. Er verfasste die meisten der Gedichte des „Septemberstrands“ in den Jahren 2013 und 2014.

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