Karl-Konrad Knooshood

Alte Stars & Charme




 

Alte Stars, mit Verve und Charme,

mit Humor und Energie,

inspirierten Generationen,

hielten mir mein Seelchen warm,

doch alt werden sie, die Elegie,

sing ich ihrem Entthronen,

 

Junge Gesellen springen wie bunte Bälle,

im Bällebad an ihre Stelle,

doch das ist wie Niagarafälle,

Die Neuen sind nur blass und ohne Farbe,

Charakter mangelt ihnen – und die gewisse Gabe,

 

Alte Männer, weiß, mal schwarz, mir egal,

reich, noch, ihre Erdenrund-Zahl,

doch der Tag naht, da war'n sie mal,

an ihre Stelle tritt kein Parzival,

kein Held, nur Meister Schal + Dr. Banal,

 

Nur Flachpfeifen ohne Talent und Können,

innen leer und hohl auf Krawall,

und seichten Skandal gebürstet,

Eine Generation Celebrity-Memmen,

deren Problem kognitiv und kranial,

die 's nur nach billigem Ru(h)m dürstet,

 

Wer ist noch das alte, gute Hollywood,

wer knödelt, krächzt oder croont den Blues?,

Wer schafft noch Kunst mit Anspruch und Botschaft (nicht Message, Armleuchter-Banausen!),

Wer weiß noch zu schätzen altes Gut?,

Wer kennt noch die Nuancen im Snooze?,

Wer, der Geniales aus der Not schafft?,

 

Kulturkorrosion statt Kulturkohärenz,

Übersättigung der Märkte und Gattungen,

und wackligere, bröckligere Konsistenz,

keine Substanz mehr in den Schattierungen,

das Ende: Letzte Bestattungen…









(25.04.2020)(C) 2020 KnorTrauerhood



"Herr Knooshood, haben Sie den Eindruck, dass das Neue Hollywood nicht so toll ist wie das "alte"
Hollywood?"

"Der Charme der sog. 'Traumfabrik' ist schon seit langer Zeit verflogen, wenngleich auch zu meiner Zeit
noch einige gute Filme entstanden. Man muss allein berücksichtigen, was Steven Spielberg alles
geschaffen hat während der 90er noch, u.a. "Schindlers Liste" und "Jurassic Park", zwei der besten aller
Zeiten...Die STARS sind einfach nicht mehr charmant, vielschichtig, keine spannenden Persönlichkeiten
mehr..."

"Sie meinen, es werde auch zu viel auf Political-Correctness- und Quoten geachtet?"

"Das ist eher ein sekundärer Aspekt, ein Nebeneffekt, wenn man so will. Aus meiner Sicht ist einfach viel
vom alten Charme verloren gegangen, ältere Menschen, eventuell älter als ich, der ich auf die 40 zugehe,
können gewiss Einiges davon verstehen. Es ist schwer zu erklären."

"Was sagen Sie zum deutschen Film?"

"Mochte ich noch nie. Bis auf einige wenige Meisterwerke aus meiner Jugend und ein wenig Autorenkino
der 1970er ist der deutsche Film einfach nur eine peinliche Lachnummer, selten wurden eigene Akzente
gesetzt. Als Patriot bin ich natürlich auch auf einige wenige Werke stolz, die meisten befassen sich leider
nur mit den dunklen Kapiteln unsrer Geschichte, wenig darüber hinaus ist gut."

"Was sind die unpolitischen Filme, die Sie mögen?"

"Die beiden Filme der 'Manta'-Reihe sind recht annehmbar, wenngleich primitiv. Natürlich "Lola rennt",
fast alles mit Klaus Kinski, die Literaturverfilmung "Die verlorene Ehre der Katharina Blum", die sog.
'Unna-Trilogie', dieses "Bang Boom Bang" und "Was nicht passt, wird passend gemacht" und noch dieser
dritte Film..."

"Und die politischen?"

"Naja, sind soweit auch ganz okay: "Der Untergang" über das Ende des Dritten Reiches: Zeitloser
Klassiker. "Sophie Scholl - die letzten Tage" - über die Widerstandsgruppe Weiße Rose, die gegen die
Nazis Flugblätter verteilte: bewegend und ausgezeichnet gespielt - mit dem leider bekannten traurigen
Ende, wie auch in der Realität leider. "Das Leben der Anderen" - über Stasi und DDR, schonungslos und
hart: zurecht OSCAR-prämiert. "Goodbye Lenin" - leider eine fragwürdige DDR-Verklärung."

"Sie stehen ja vielfach auch auf sehr alte deutsche Filme, etwa die aus der Stummfilm-Zeit. Was aber
finden Sie ausgerechnet an der Münchhausen-Verfilmung von 1943?"

"In der Stummfilm-Zeit war Deutschland ein Land, das Maßstäbe setzte und noch eine echte Konkurrenz
zu Hollywood war. Auch die frühen deutschen Tonfilme, etwa "M", waren einfach super. Bis heute prägen
etwa Werke wie "Metropolis" Filmemacher und sonstige Kunstschaffende. Warum ich die Münchhausen-
Verfilmung aus der Nazi-Zeit gut finde? Ganz einfach: Weil sie nach wie vor tricktechnisch (für die Zeit)
meisterhaft ist und es sich nicht um einen der unsäglichen Nazi-Propagandafilme handelt. Es gibt bis
heute keine bessere Verfilmung des interessanten und skurrilen Münchhausen-Stoffes, der gefällige
Fernseh-Zweiteiler mit dem farblosen Jan-Josef Liefers von vor ein paar Jahren ist ein Beweis für das
Fehlen alten Charmes in modernen Produktionen. Vielleicht war eben dann fast alles aber nicht alles
schlecht, selbst nicht in der DDR, selbst nicht bei den Nazis. Wenngleich ich diese Zeit sonst komplett
verurteile - selbstverständlich! Aber es gibt ja selbst in der heutigen Zeit voller Wohlfühl-Filmchen über
ach so liebe Einwanderung und Co. noch einzelne ehrliche Filme, die dann später zu Klassikern werden
können. Ach so, deutscher Film: Alles mit Schimanski ist spitze, auch noch "Der Totmacher", ein
filmisches Kammerspiel, das im Wesentlichen von Götz George (als Fritz Haarmann, einem
Mehrfachmörder der Weimarer Zeit) und Jürgen Hentsch (als dessen untersuchender Gerichtspsychiater
Professor Dr. Ernst Schulte) getragen wird...Doch genug sinniert über Filme, Kino und Co. Wer mehr dazu
wissen möchte, frage irgendwen oder mich oder was auch immer..."

"Herr Knooshood, vielen Dank für das Gespräch!"
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zum Gedicht

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