Herbert Kaiser

Der Jungbrunnen

In der Nacht, der Mond schien helle

War die gute Fee zur Stelle 

Dem Ruf der Eule folgten wir

Bis zu ihrem Nachtquartier. 

 

Es herrschte eine Totenstille 

Leise zirpte eine Grille 

Da tat sich eine Lichtung auf

Des Mondes Schein fiel hell darauf. 

 

Ein See von gänzlich schwarzer Farbe

Das sei laut Fee die Göttergabe 

Da ich runzelig und alt

Gibt von Adonis mir Gestalt. 

 

Da konnte ich nicht widerstehen 

Musste nackt ins Wasser gehen 

Ich hatte Falten, tiefe Rillen 

Da halfen bislang keine Pillen. 

 

Die Wandlung brachte dieses Bad

Wie man sah als ich ans Ufer trat

Die Jugend war zurückgekommen 

Hat alle Falten von der Haut genommen. 

 

Das wahre Wunder ich erlebte 

Als ich verwandelt heimwärts strebte

Weib und Hund haben mich nicht erkannt 

Sind schreiend aus dem Haus gerannt. 

 

Ich sah, man kann nicht alles haben 

Falten sind des Lebens Gaben

Auch Frau und Hund waren nicht jung

Was sollte ich als junger Spund. 

 

Die Rückverwandlung war das Ziel 

Ich hab geschuftet lang und viel 

Das Haus ein zweites Mal erbaut

Bekam bald Falten, bin ergraut. 

 

Jetzt sind Weib und Hund zufrieden

Das Leben hat es so entschieden 

Wir beide tragen stolz die Falten 

Gehören schließlich zu den Alten. 

© Herbert Kaiser 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.10.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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