Brigitte Waldner

Die Katze braucht Freigang

Die Katze braucht Freigang und kein Gefängnis.
Die Greifvögel bringen sie in Bedrängnis.
Man muss eine Mieze am Tag überwachen,
und einen Garten zum Schutz überdachen
mit dichten Geflechten aus Gittern und Netzen,
und dafür im Garten Holzpfähle setzen.

Einst waren die Katzen die Singvogelfänger,
vorbei sind die Zeiten, das sind sie nicht länger.
Sie sind heute Opfer der Greifvogelscharen;
man sieht es verklärt und das schon seit Jahren.
Im Schutz der Gebirge wächst Brut der Räuber,
genährt von den allerschönsten Miezen.

Die Jungvögel rauben erfolgreich dann weiter,
der Abschuss verboten, so ist das leider.
Man braucht seine Katzen nicht zu kastrieren:
Der Greifvogel greift sie. Sie werden krepieren.
Ein Aufschrei im Schmerz, wo Krallen reindrücken
in einen gepflegten, getigerten Rücken.

Dann fliegen die Vögel mit hängenden Katzen,
erbeutet in Gärten, auf Feldern und Plätzen,
wo sie keine Rechte zum Jagen hätten,
zu ihren in Wäldern versteckten Brutstätten.
Zurück bleibt die Feder des mächtigen Habichts.
Geschrei der Krähen zur Vorsicht nutzt nichts.

© Brigitte Waldner

 

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