Andreas Vierk

Warum die Neugebornen schreien

 

 

 

Das Korn ist in sich selbst versunken,
in seine tiefste Tiefe.
Es hat vom eignen Meer getrunken,
von seiner Weite in dem Funken,
als wenn es in sich schliefe.

Er ist noch nicht empor getaucht,
der Ozean, ans Licht.
Der Wind hat ihn nicht angefaucht,
die Welt sein Blau noch nicht verbraucht,
die Erde trank ihn nicht.

Sein Kern ist noch nicht aufgebrochen,
nicht in die Welt geflossen.
Doch hat das Licht sein Wort gesprochen,
das Dunkel seinen Duft gerochen,
der Schlüssel aufgeschlossen,

so fällt er in die grünen Schatten,
in Regenwurm und Trüffeln.
Gleich wollen ihn mit Licht begatten
Nebelwind und Wasserratten,
die schon nach ihm schnüffeln.

Vielleicht wird er als Krokus leben,
vielleicht als Menschenkind.
Sein Hunger wird nach Hunger streben,
die Nacht nach ihm in Lust erbeben,
und in ihm schwingt der Wind.

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 11.10.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Septemberstrand: Gedichte Taschenbuch von Andreas Vierk



Andreas Vierk schreibt seit seinem zehnten Lebensjahr Prosa und Lyrik. Er verfasste die meisten der Gedichte des „Septemberstrands“ in den Jahren 2013 und 2014.

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