Martin Gantschew

Die Worterfindung

In digitalen Kathedralen
Furchtvoll, wo niemand wagt zu klagen
Wird verkündet stolz die Worterfindung
Suhlt die Seele sich in Gleichgesinnung

Falls mutig doch mancher aufbegehrt
Dem die Masse vor die Tore kehrt
Erlerntes Wissen und scharfe Urteilskraft
Ward einst der kühnen Gelehrten edler Macht

Wörter, die Gedanken fangen
Nach zügelloser Macht verlangen
Lenken uns wie Weichen Züge
In die Kerker ihrer Lüge

Drum gebt Acht vor der Worterfindung
Unbemerkt sie führt zur Erblindung

 

Mir ist im Laufe der Zeit aufgefallen, dass in den (sozialen) Medien zunehmend zeitgleich und auf breiter Front dieselben Begriffe und Hashtags verwendet und je nach Kontext positiv oder negativ geprägt werden. In 2020 wären dies bspw. Begriffe wie "Superspreader" oder "#stayathome".
So sehr die Verwendung von neuen Begriffen hilfreich sein kann, ein Thema einzuordnen, sehe ich je nach Kontext die Gefahr des Framings. D.h. nur durch die Verbindung eines positiv oder negativ konotierten Begriffes werden die eigenen Gedanken, wenn man nicht achtsam ist, schon in eine gewisse Richtung geleitet. Ich habe versucht, dies in dem Gedicht zu verarbeiten.
Eure Anregungen, eigenen Observationen, Widerspruch - alles ist gern gesehen und darf diskutiert werden.
Martin Gantschew, Anmerkung zum Gedicht

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