Patrick Rabe

Auf Brautschau

Auf Brautschau

 

Die Hure Babylon zählt ihre Zehennägel,

und Judith Holofernes, sie dreht am Regenpegel,

ich sitze hier zuhause, und setze meine Segel,

auch wenn ich gar kein Boot hab, ich spiel nicht nach der Regel.

 

Der altbekannte Mann, den auch Tom Liwa mal erwähnte,

erzählte jedem anderes, während er furchtbar gähnte,

er schickte alle zeitversetzt auf eine lange Reise,

dann rauchte er die Packung leer, auf gut deutsch is dat scheise.

 

Den Jochen schickte er zum Date des Nachts mit Helmut Berger,

den Dirk von Freiburg nach Berlin, nur Offenburg war ärger,

den Peter machte er zum Munch, laut schrei’nd am Kohlenmeiler,

und Pippi findet keinen Spunk, manch Lahmer keinen Heiler.

 

Und der, um den es ging, den ließ er ganz im Ungewissen,

er ließ ihn laufen, ließ ihn gehen, mal reich, mal abgerissen,

da er von allem nichts mehr wusste, dacht’ man, er sei Verräter,

ein jeder ist am Ende sowohl Opfer, als auch Täter.

 

Der, den du liebst, der steht vor dir, an jedem Tag aufs Neue,

und wenn du ihn nur freundlich grüßt, glaub mir, dass ihn das freue.

Die wahre Braut, sie schaut verschämt aus Augen, wie durch Schleier,

du siehst sie, und sie sieht auch dich, und dann geht’s für euch higher.

 

 

Alternativ-Ende:

 

 

Die wahre Braut, sie schaut verschämt aus Augen, wie durch Schleier,

du siehst sie, und sie sieht auch dich, und dann geht’s in die Heier.

 

 

Patrick Rabe, 13. Oktober 2020, Hamburg.

 

© by Patrick Rabe

Dies ist unter anderem ein Hommage-Gedicht an Künstler*innen, die mich geprägt haben, eine Aufmunterung, nicht traurig zu sein, sondern jeden Tag neu zu ergreifen, und dem, der gerade vor dir steht, was Nettes zu sagen, und ein kleine, ironische Abrechnung mit dem Start-und Ziellinienmaler, wer immer er auch ist.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.10.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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