Patrick Rabe

St Pauli schiebt den Blues

 

Tina G. wartet auf den, der ihren G-Punkt findet,

der Maso hofft auf Sado, die ihn von dem Bett losbindet,

der Punk, er sucht im Supermarkt nach starkem Billigbier,

der Mond sucht einen Werwolf, es ist beinah schon halb vier.

 

Der Polizist sucht einen, den er mal verdreschen kann,

doch keiner traut sich mehr zu husten, fängt keinen Streit mehr an,

die blauen Masken halten uns auf Abstand zueinander,

Domenica ist tot und wer war nochmal Lilo Wander?

 

Lucullus glüht im Dunkeln, hier stillt mancher seinen Durst,

doch jeder will veganen Fraß, und keiner Currywurst,

der Konvertit fragt wenigstens: „ Habt ihr `ne Wurst mit Rind?“

„Von Pommes wird man dick!“, sagt Mama, weinen tut das Kind.

 

Im Sexshop sucht ein Mann sich `nen analen Porno,

im Italienerimbiss stinkt Lasagne immer nach al forno,

die Reeperbahn ist blankgewienert wie ein Nuttenarsch,

und auch desinfiziert, die Viren finden das sehr harsch.

 

Der Kiez in Hamburg leuchtet still mit seinen Leuchtreklamen,

was waren das für Zeiten, als die Beatles hier ankamen,

die Pistols, die Ramones, die Stones, selbst Hendrix ließ sich blicken,

doch jetzt Chicken Mc Nuggets, und leider nicht nackt Chicken.

 

 

 

Für den Hamburger Kiez.

 

Patrick Rabe, 17. Oktober 2020, Hamburg.

©by Patrick Rabe

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 17.10.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Die Glaubens-und Liebesgedichte von Patrick Rabe sind mutig, innig, streitbar, vertrauens- und humorvoll, sie klammern auch Zweifel, Anfechtungen und Prüfungen nicht aus, stellen manchmal gewohnte Glaubensmuster auf den Kopf und eröffnen dem Leser den weiten Raum Gottes. Tief und kathartisch sind seine Gedichte von Tod und seelischer Wiederauferstehung, es finden sich Poeme der Suche, des Trostes, der Klage und der Freude. Abgerundet wird das Buch von einigen ungewöhnlichen theologischen Betrachtungen. Kein Happy-Clappy-Lobpreis, sondern ein Buch mit Ecken und Kanten, das einen Blick aufs Christentum eröffnet, der fern konservativer Traditionen liegt.

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