Horst Fleitmann

Das Klassentreffen

 

Sie trafen sich im Wirtshaus Sturm
nach zwanzig Jahren wieder.
Ein Steinwurf vom Gymnasium,
genossen alte Lieder.
Protzten mit Kindern, Studium,
Gehältern und so weiter.
Nur Heiner blieb 'ne Zeit lang stumm,
der Primus, sonst so heiter.

Susanne denkt sich ihren Teil,
Hans-Peter stellt nur Fragen.
Urs, immer noch auf Pia geil,
trinkt sich um Kopf und Kragen.
Herr Meyer, Direx, lebt nicht mehr,
serviert werden Buletten.
Der Fritz, mein Gott wo bleibt denn der.
Ist der denn noch zu retten?

Es wird gelacht, der Heiner weint,
hat seinen Job verloren.
Was diese laute Meute eint?
In gleichem Jahr geboren.
Man trinkt Champagner, Glas auf Glas.
Urs bedrängt Pia weiter,
Christine fragt, wer zahlt denn das?
Dirk streichelt Robert heiter.

Pia geht früh, (Urs ist ein Arsch)
sie sagt, sie muss nach Leimen.
Kann sie verstehen, sagt Tim barsch,
er konnte Urs nie leiden.
Die Zeit verfliegt, die Nacht ist hin,
man hat sich mal getroffen.
Wie gut dass ich ganz anders bin,
denkt jeder sich - besoffen.

© Horst Fleitmann, 2020

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