Hanns Seydel

Das Wetter : DES REGENS WUCHT

Des Regens größte Wucht
gehört zu Wetters herbster Frucht.
Zuerst, es ist ein Trommeln,
doch dann, es ist ein Donnern.
Der Regenmassen riesge Wogen
kenn` kein Halten in ihrm Toben.
Des Wetters dunkle Seite
der Regen immer war.
Beeindruckt sind die Leute
von der Regentropfen Schar.

Am Himmel zieht sich alles zu,
des Wetters Trübe kommt im Nu.
Diesig dichter Nebel zeiget herb,
dass Regens Wucht wird kommen derb.
Des Himmels Grau verstärket sich,
wird schwarz und kennt kein Lich`.
Unbarmherzig ist des Regens Härte,
die nicht kennt der Sonne Wärme :

Die Sonne hat sich herb verzogen,
dem Regen ist sie nicht gewogen.
Wolkenverhangen und grau
der weite Himmel ist.
Sein sonst so helles Blau
im Keime ist erstickt.
Die Wolken stehn im Stau,
das Wetter ist entsetzlich trist.
Denn des Himmels Wolken hängen
megatief herab vom Firmament,
wenn kommet heftger Regen
und braust im ganz` Geländ`.

Und bald schon wechselt Himmels Farbe,
aus Grau wird finstres Schwarz.
Fast so finster wie ein Sarge
ist das Dunkle schrecklich krass.
Für die Natur ists gut,
der Wiesen alle Gräser
dringend brauchen Wasser,
vor allem in des Sommers Glut.

Und härter und härter wehet der Wind
und stärker und stärker wütet der Sturm.
Und herber und herber, es rinnt
der Regen, der macht Vieles krumm :
Zusammenbrechend sind manch` Blumen,
die der Gärtner hatte neu gesetzt.
Zermalmend sind des Regens Spuren,
zerstörend hat er nur benetzt.
Das Saatgut ist gesäet gut,
der Sähmann sieht sein Werk mit Glut.
Da meldet sich der herbe Regen,
der drängt und will bewegen.

Des Friedhofs Gräber sind gefährdet,
der Gräber kleinste Blumen werd` vernichtet.
Der Regen niemals machet Halt
vor dem, was Allen viel bedeut`.
Löwenmächte, Bärenkräfte
Regens Wesen krassest sind.
Brandend sind die Regenstürme,
es tobt der stärkste Wind :

Es brandet der Regen,
es brauset der Wind.
Der Sturm wird sich legen,
doch Schäden dort sind :
Der Nature wilde Freiheit,
sie vernichtet jeden Wurm.
Des Regens größte Heftigkeit,
sie ist ein echter Sturm.

Jeder Tiger, jeder Panther,
jeder Löwe, jeder Hund,
Jeder zeigt, wass kann er
in Natures stürmster Stund`.
Und der Tiger und der Löwe,
Jaguar und Leopard,
fliehet vor des Regens Ströme
und wartet auf `nen neuen Start.
Selbst der Puma zieht sich zahm zurück,
und zwar langsam, Stück für Stück.
Heimgeflüchtet ist des Hauses Tier,
sicher harrend hinter Hauses Tür.
Des Regens bohrend berstend` Gier
für Verdunklung spricht dafür.
Reg` und Sturm, sie machen
Angst dem Haustier und dem Kinde.
Erscheinend wie ein Drachen
ist nicht absehbar das Ende.

In die Enge treibt der Regen
Raubtier`, die sich wild bewegen.
Voller Furcht sie sich verkriechen
aus Angst, sie könnten brechen.
Selbst sie sind eingeschüchtert,
denn das Wetter sich verschlechtert.
Zornig ziehen zähe Zebras
durch den Regen sich zurück.
Selbst sie, sie wittern etwas,
das fern ist ihrem Glück.

Roh und dunkel rabiat
ist Regens finstre Art.
Sturmregen strömet stark
herunter hart und arg.
Regelrecht enthemmt
das Regenmeere flutet.
Für Vieles ists bestimmt,
so Manches wird vermutet :
Denn weiter geht das Prasseln,
durchflutet werden die Terrassen.
Hammerhart ohn` Stillstand
wird durchtränkt das ganze Land.

Und strömend stärkster Sturmreg` prasselt
vernichtend auf der Wälder Bäum`.
Der Keim der Hoffnung wird vermasselt,
denn die Helligkeit wohl kommet kaum.
Auf Waldes Wegen sind nur Pfützen,
der Lüfte Krähen sind am Ächzen.
Von oben runter krassest stürzen
die schwächsten morsche Dächern.

Wenn Sturm und Regen sausen,
dann herrscht nur stärkstes Brausen.
Menschenleer und öd` verlassen
sind die sonst belebten Gassen.
Des Regens Wut wächst wuchtig,
des Windes Werk wirkt mächtig.
Der Regen stürzt auf Fahrzeugs Dach,
verursacht störend lauten Krach.
Viele Fahrzeug` fahren vorsichtig,
und das ist mehr als wichtig.

Und härter und härter tobt Regens Prasseln
und ärger und ärger wird Windes Wehen.
Und stärker und stärker braust auf die Straßen
des Wetters ärgstes Beben.
Unbestimmbar sind des Wetters Wogen,
wenn der Sturme fliegt in hohem Bogen.
Die Sonne hat sich ernst verzogen,
das schöne Wetter ist gestorben.

Jetzt ist die Wucht nicht mehr zu halten,
Regens Kraft, sie ist am Walten.
Und wieder sind die Wildtier` ganz entsetzt,
sie fühln sich innerlich verletzt.
Des Wetters dunkelst` Seite
stellt in den Schatten jedes Licht.
Seine allerärgste Breite
bewirkt, dass manches bricht.

Viele Fahrzeugführer fahren vorsichtig,
und das ist mehr als wichtig.
Trotzdem häufen sich die Unfäll`,
denn manche Leute fahren oft zu schnell.

Und krasser und krasser prasselt der Regen
und nasser und nasser wird ganzer Boden.
Für große Blumen ists ein Segen,
doch den Kindern machts viel` Sorgen.
Wie spielt das Kind so gerne
bei echter angenehmer Wärme
im Freien auf der Wiese,
doch der Regen machts zunichte.

Des Regens stärkste Stürme
vernichtet jed` Gewürme.
Der Regen zeiget Kräfte
wie wenn sie wären höhre Mächte.
Wohnet man im Dachgeschoss
und hat Fenster in der Schräge,
man höret Regens schlimm` Beschuss,
der niedersaust wie Hammerschläge.
Früh morgens trommelt Regen,
der Mensch, er wachet auf.
Das Geräusch, es ist kein Segen,
die Natur hat ihren eignen Lauf.
Der ganze Tag, er ist verregnet,
der Regen, er begleitet
Mensch und Tier in jeder Stund`,
Dunkelheit bringt ihre Kund`.

Die Pegel der Gewässer
stetig steigen noch und nöcher.
Des Regens wilde Fluten
sind fern von allem Guten.
Durchflutet, überflutet
sind die Straßen und Gebäude.
Das Gröbste wird vermutet,
wann endlich kommt das Ende ?

Die Winde wehn, der Regen saust,
die Stämme stehn, der Sturme braust.
Jeder Baumstamm ist massiv,
selbst wenn der Regen brandet tief.
Alle Äste sind verbogen,
alle Sträucher sind lädiert.
Alle Zweige sind gebogen,
alle Gräser sind zerstört.

Der Himmel ist noch immer finster,
die Gemüter sind noch grausig düster.
Die Angst der Kinder ist entsetzlich,
das Prasseln stört sie schaurig schrecklich.
Die Geschwister Wind und Regen
bedrohlich sind und hart.
Auf Ortes allen Wegen
ists nass und herbstlich kalt.

Doch der Regen niemals schrecket
Menschens Fleiß auf seim Gebiet.
Die Arbeit ists, die vorwärts dränget,
das Ethos, es wird nie verspielt.
Und Regen spricht das Schlusswort,
wenn Sturm und Donner sind schon fort !



( E N D E )

Hanns SEYDEL, 10.10.2020 - 02.11.2020

( Werk 181 )

 

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