Patrick Rabe

Im Gerichtssaal


Die Mörder sagten, ich sei gefährlich

und brachten mich einfach um,

die Kritiker, ich sei nicht ehrlich,

und sie machten die Wahrheit stumm,

der Sand sprach, ich sei im Getriebe,

und knirschte mich aus dem Betrieb,

am Wattenmeer traf ich die Liebe,

sie hatte sich selbst nicht lieb.

 

Und da wurde ich so wie ein Wehen

Über Städte und Küsten und See’n,

ich kann dich zwar fühlen im Herzen,

doch ich würde gern neben dir geh’n.

 

Dich halten im Wind unterm Mantel,

dich küssen am Leuchtturm zur Nacht,

doch ich schreibe: „Mich stach die Tarantel,

sie hat mich zum Monster gemacht.“

 

Da kamen die Mörder im Wagen

und holten mich ab zum Gericht,

die Kritiker stellten mir Fragen,

ich wusste die Antwort nicht.

Der Sand rieselte von den Füßen,

und zeugte für mich, wo ich war,

beim Rendesvouz mit meiner Süßen,

zu schützen sie vor der Gefahr.

 

Und da wurde ich so wie ein Wehen,

und ich stürmte im Saal des Gerichts,

nass netzte ich sie, und ein Leuchten

trat ins Schweigen so manchen Gesichts.

 

Und das Mädchen, das dort in der Tür steht,

es sieht mich so liebevoll an,

es sagt mir mit tiefdunklen Augen,

dass die Liebe die Nacht retten kann.

 

Und dann geht sie, sie trägt meinen Mantel,

und ich gehe und trage ihr Licht,

eine Spinne ist ihre Tarantel,

und ein Institut das Gericht.

 

 

© by Patrick Rabe, 8. November 2020, Hamburg.

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