Patrick Rabe

Fenstersturz nach japanischen Filmen... (Version2)

 

Fenstersturz nach japanischen Filmen, die keine Mangas waren
(Sweet Lady Suicide)
-Version 2-

 

Sie lösten mich aus vielen Formen,

aus Brei und aus Asphalt,

ich sprang aus hohen Fenstern,

und wurde unten kalt.

Da jodelte ein Scheißchinese

um den ganzen Block,

und unten grölte Messerschmidt:

„Ich glaub, mich fickt der Bock.“

 

Da nahm ich mir `nen Wohnwagen,

und ratzte weg am Meer,

das Snorkfräulein trug einen Ring

am Fuß, und schaute her.

Ich fiel in ihren Tittenwald,

wir schwitzten heiß im Zelt,

ich war in blondes Gift verknallt,

ich hab mich nicht verstellt.

 

Sie brachte ihre Schwester mit,

doch die war mir zu jung,

die Spieluhr und die Musicbox,

die Gülle und der Dung.

Wir machten uns‘re eig’ne Welt,

und „Um uns geht ein Bär“

war nicht mein Lied, für Chips war Geld,

ich wünsch Corina her.

 

Ein Vogel singt am Morgen hell,

und einer in der Nacht,

verbot’ne Liebe geht oft schnell,

je danach, wer sie macht.

Ein Krankenhaus wurd‘ Krankenhaus,

es jagte, holte ein,

ein Zombie hing am Glockenseil,

doch bei mir bist du fein.

 

 

 

Gewidmet meinem Leben, einem Trailer by the sea, Women, who lay you down in the warm white sand, Kreta, den Plänen von Frauen und der Verplantheit von Männern, der Nachtigall und der Lerche, Schneeweißchen und Rosenrot, den Blonden und den Braunen, aber nie den Schwarzbraunen und den Blauen, Gasmasken in Sketchen, spitzen „Igitt-Schreien“, lustvollen Peitschenhieben, der Abstrusität, wenn man als Theatergruppe in einem Krankenhaus probt, in dem eine Krankenhausserie gedreht wird, falsch gesungenen Kinderliedern,

dem Sich-Verschwörerisch-ins-Gerätezelt-Zurückziehen, um den Geruch von Haut und Haaren einzusaugen, und über die Eltern zu lachen, die dachten, zwei Vierzehnjährige spielen dort Kinderspiele, der Unlustigkeit einer jüngeren Schwester, die das auch dachte, und in einer fürchterlichen Penetranz das Singen eines von ihr missverstandenen Kinderliedes einforderte, den Unterschieden zwischen Ostermade, Klein Waabs, Wittdün und St. Peter Ording, dem Golfstrom vor Bornholm und meiner Abneigung gegen Steinstrände, Steinschlag, Nichtspeiler und Nachmacher, der kleinen My, dem Mummerik, Snyphal, Mumin und der Morra, Muminpapa, der alles in allem die geilsten Abenteuer im Tove-Jansson-Kosmos erlebte, Anderland, Pusteblumen und Löwenzahn, dem Ferienprogramm mit Anke Engelke, meiner Cousine C., die kein Cello spielte, aber einen geilen Dachboden bei ihren Eltern zuhause hatte, und wo ich schon mal übte, durch Glastüren zu rennen und brennende Engel zu löschen, Buffy, Angel und Grisu, dem Hundeweg, Bruder Franz, Onkel Franz und Franz Brannt Wein  (dem legendären Bootleg-Künstler von Heulhausen), dem Weg zu Kaufmann Kuhn, auf dem man immer jünger wurde, und dem Abweg zur Fischerklause, wo ich vom Mord an Karl-Heinz Beckurts erfuhr, meiner Befreiung von der Freiwilligen Selbstkontrolle und dem Freien Senderkombinat durch Deltaradio und Delta-Blues, dem Kaffeeautomaten in der Pausenhalle der Schule Uferstraße, dem rettenden Gott und dem weißen Nebel, der durch U-Bahnen rast, der Erfahrung, schon das amerikanische Remake von „The Ring“ unlogisch und beschissen gefunden zu haben und die Entscheidung - nach dem Anschauen des japanischen Originaltrailers- Japaner für doof und gestört zu halten, was mich davon abhielt, „Big in Japan“ werden zu wollen, weil das nur Alphaville unpeinlich hinbekommen haben (und Deep Purple, aber die waren überall unpeinlich, außer am Genfer See, aber auch daraus haben sie einen Mega-Song gemacht) , endlosen Credits und Widmungen in Booklets, die laut einer Verschwörungstheorie zur Wiedereinführung von Vinylplatten führten, aber von Fans auch immer gern gelesen werden, um zu schauen, ob man denselben Arzt wie Jochen Distelmeyer hat oder das gleiche Meer wie Schrottgrenze meint , und natürlich last but not least dem außerordentlich bekannten Lied „Bist du mein, bist du fein“  und dem noch bekannteren „We will rock you“ in der Wembley-Live-Version, zu deren Abfackeln schon ganze Vorstadthäuser im Matsch versunken sind und Kindergeburtstage zu wilden Orgien wurden, Bente Varlemann und Joanne Dietze.

 

 

© by Patrick Rabe, 14. November 2020, Hamburg.

 

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