Horst Fleitmann

Die Kinder verlieren

Nun sitzen die Kinder am Fenster im Zimmer
und warten mit Freude ob's bald soweit ist,
dass endlich ganz leise mit silbernem Schimmer.
der Winter hält Einzug, doch lang noch die Frist
bis Eisblumen kühl auf den Scheiben erblühen,
die Stille des Winters die Lüfte erfasst,
bis weißgraue Wolken am Himmel aufziehen
auf Feld, Wald und Wiesen der Schnee ist Zugast.

Dann endlich, es fallen die ersten der Flocken
und Schlindern und Rodeln bestimmen  den Tag.
Die Kinder, die Omas und Opas frohlocken
und hoffen dass alles lang anhalten mag.
Jetzt möchte ich selbst wieder sieben sein:
und endlich auch Weihnachtsferien haben.
doch dann fällt es mir sehr krass wieder ein
mit siebzig zähl' ich nicht mehr zu den Knaben.

Bin auch, im Geiste, sehr jung ich geblieben
nicht so ein alter verknitteter Tropf,
hab' ich mit Wehmut die Zeilen geschrieben
und traurig ist's mir gedanklich im Kopf.
Denn selbst wenn's nun wintert,  es wird nichts passieren!
Die Kinder in diesem gebeutelten Jahr
gehören zu denen die grade verlieren,
da nutzt kein Erinnern, wie's früher mal war.

© Horst Fleitmann, 2020

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