Nico-Leon Heisel

Der Krieger

Der Krieger.                                                                                                Nico-Leon Heisel


lebte ein einsamer Krieger, inmitten einer großen Stadt im Zentrum des westlichen Landes. In leichter Rüstung machte er sich auf dem Weg in seinen letzten Kampf. Er war nie jemand Besonderes gewesen. Nicht zu gebrauchen, nicht weil er schlecht war, die Welt hatte ihn bloß nie beachtet. Doch hielt das den Krieger nicht auf. Obwohl er von niemandem beachtet wurde, nirgendswo aufgenommen- oder jemand seine Dienste wollte, behielt der junge Krieger doch stets ein Lächeln auf den Lippen. Mit Bogen und Schwert machte er Jagd auf Bestien, um sich mit Wasser und Brot zu versorgen. Dank für seine Taten bekam nur der höhere Adel, der den Krieger begleitete. Er war für die Gesellschaft bloß der Dreck der Elite. Dies ging eine lange Zeit, bis er eines Tages auf sie traf. Ein blondes Mädchen, hübsch wie die der Sternenhimmel, süßer als der reinste Zucker der Handelsgegend und gutherzig wie die Friedensgötter selbst. Der junge Krieger traf sie in einem Verließ, als er bei einer Kopfgeldjagd eines Bordellbesitzers dabei sein durfte, sein erster Auftrag neben der undankbaren Besteinjagt. »Lass die hier liegen, für einen Krieger gehört es sich nicht Nutten aus dem Verließ aufzunehmen. Nicht mal für den Niedersten«, sagten sie anderen dem jungen Krieger. Er ignorierte die Stimmen der anderen und nahm das Mädchen mit, bevor es die Vertreter des Bordells taten. Da erfahr er es. Zwangsprostitution und Sklavendienst ereilten das Schicksal des Mädchens, nachdem ihre Eltern von Söldnern getötet wurden. Und obwohl ihr dieses Schicksal ereilte, hatte sie doch stets ein Lächeln auf den Lippen. Sie hörte dem Krieger zu, gab ihn das Gefühl, die Welt sei kein grausamer Ort und bat ihn darum nicht mehr traurig zu sein, denn: Sie erkannte es in seinem emotionslosen Gesicht, ohne dass er auch nur ein Wort darüber verlor. Ab da stand es für den Krieger fest. Er verliebte sich. Er wollte! stä ;rker werden, er trainierte, verdiente Geld, machte sich einen Namen. Sein Name war bald in aller Munde. Mit einem langsam sich immer mehr gefüllten Herz nahm er seine Geliebte an der Hand. »Kein unschuldiger Mensch darf leiden. Wo die Welt mir das Gefühl gab ich sei nichts Wert, die Welt würde mich ignorieren, dass ich bloß sterben würde, ohne erhört zu werden, ohne dass man sich an mich erinnert, traf ich auf dich. Ich verspreche dir eins meine Liebe: Ich weiß nicht wie schlimm es für dich war, was dir widerfahren ist, doch für dein wahres Lächeln werde ich alles tun. Ich werde mit dir die Welt bereisen, für dich da sein, dich in meinen Armen halten und wenn du willst, suche ich jeden Mann, der es wagte dich zu belästigen und werde ihnen die Hälse durchschneiden«. Durch den Namen, den sich der junge Krieger machte, lebte er mit seiner Geliebten in einem bescheidenen Haus im höheren Viertel der Stadt. Sie waren glücklich. Doch war das Mädchen eine Sklavin eines Bordells, das nach Rache suchte- und der junge Krieger ein Dorn im Auge rivalisierender Ritterorden, vor allem, da er als Schande empfunden wurde, da er sich mit einer Prostituierten einließ. Zwangsprostitution nach dem Tod ihrer Eltern war dem Adel gleichgültig. So entführten sie das Mädchen, als sie zum Markt wollte, steckten das Haus des Paars in Brand und hinterließ der Ritterorden den jungen Krieger halbtot in der nächsten Gasse bei Nacht. Doch gab der junge Krieger nicht auf. Er erkannte das Wappen des Ritterordens und machte sich bald auf, aber nicht allein. Mit einigen treuen Weggefährten machte sich der Krieger auf, zum Hauptsitz des Ordens. Der junge Krieger war entschlossen seine Geliebte zu befreien, so wie sie ihn damals befreite von den Lasten seiner selbst. Doch was geschah. Der Orden wusste dies gewiss und kaufte die Geliebte des Kriegers für viel Gold ab, nur um sie vor den Augen des Kriegers hin! zurichte n, als er vor den Türen des Hauptsitzes stand. Das junge Mädchen viel von der Terrasse, mit durchgetrennter Kehle, direkt in die Arme des Kriegers. Er, entsetzt mit dem Gefühl das Leben sei vorbei. Bittere Tränen rollten dem Gesicht des Kriegers hinunter, als das Mädchen sich ein letztes Mal an ihm festhielt. »Ich danke dir«, flüsterte sie ihm zu, während sie in seinen Armen verstarb. Im Hintergrund hatte das Gemetzel bereits begonnen. Der Orden schlachtete die Mitstreiter des Kriegers ab, bis der Hauptmann auf den Krieger zulief. Der Krieger, regungslos und fast wie tot, reagierte kaum, bis der Hauptmann die Geliebte von ihm nahm und wie einen wertlosen Gegenstand wegschmiss. Ab da platzen ihm die Sicherungen. Er lief auf den Hauptmann zu, mit den Wahnsinn in seinen Augen, stieß jedoch nur auf die kalte Klinge, die seinen Leib durchbohrte. So fiel der Krieger, blutete aus, bis die Welt um ihn herum schwarz wurde. Bis zu seinem letzten Atemzug, hörte er noch einmal die Stimme seiner Geliebten, die ihm sagte, dass er nicht wertlos sei. Er hätte schwören können, dass er nun tot war, doch weinte der Krieger trotzdem weiter. Auf ewig. »Warum tut es immer noch weh!? «, fragte sich der Krieger, bis er es bemerkte. Er machte die Augen auf, ein letztes Mal, während er sah, dass die Doktoren im Krankenzimmer langsam den Stecker zogen. Der junge machte die Augen sofort wieder zu. Das einzige was noch mehr schmerzte, als seine Welt, in der er alles verlor, war die Tatsache, dass sie nie existierte. Er saß im Krankenzimmer, allein, niemand der für ihn da war. Nur die Doktoren, die mit einem beklemmenden Gesichtsausdruck den Stecker des Kriegers zogen und langsam das endlose Piepen der Maschine ertönte, mit der Nachricht: „Er ist tot“. Es war 2020.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 20.11.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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