Hanns Seydel

W i r b e l s t ü r m e


Die Wolken ziehen sich zusammen,
nichts Gutes wird bald kommen.
Erloschen sind der Sonne Strahlen,
die Helligkeit, sie ist verronnen.
Alle Vögel, die am Himmel sind,
vertrieben hat der heftge Wind.
Für Heiterkeit sind sie bestimmt,
doch dies` Wetter ist nicht gut gesinnt.

Des Himmels Grau wird dunkler,
es färbt sich düster schwarz.
Das Finstere wird stärker,
das Kommende wird krass.
Staunend siehet stets Betrachter
des Wetters Unheil nahn.
Doch die Natur, sie ist Verächter
gegenüber Friedlichkeitens Bahn.

Jetzt kennt die Natur kein Halten mehr,
die Straßen sind gefeget leer.
Staunend sieht der Mensch den Anmarsch
vom bösen Wetter, das kommt forsch.
Manch` Tiere sind ganz schlimm erschrocken
und haben sich aus Angst verkrochen.
Hund und Katze ziehen sich zurück,
im Hause suchen sie ihr Glück.

Wütend wirbeln Winde,
wenn Wetter wuchtig wirkt.
Nicht absehbar ist hier ein Ende,
die Natur zeigt ihre krassest` Härt`.
Denn gnadenlos, mit herber Härte
zeiget Sturme seine Stärke,
brandet wüst ohn` Unterlass
und gebärdet sich grell krass.

Donnernd krachen die Gewalten,
wenn Stürme in den stärkst` Gestalten
gnadenlosest metzeln nieder
Aufbaus Müh`, doch die kommt wieder.
Wüst im Rumpfe wühlend
ist Natures derbster Will`.
Laut und lauter stöhnend,
steht sie nicht mehr still.

Des Wetters Wildheit wütet brodelnd,
das Ganze nimmt und nimmt kein End`.
Der Sturm ist grausam fordernd
und verwüstet viel in manch` Geländ`.
Da flieget in die weite Ferne
alles nicht extrem Gefestigte.
Doch Festes kann nicht wanken,
auch wenn das Toben kennt kein Halten.

Titanisch außer Rand und Band
prasselt der Sturm im ganzen Land.
Er wütet auch an Meeres Strand
und wühlet auf den ganzen Sand.
Des Wassers Tiere sind erregt,
das grausge Wetter sie bewegt.
Der Hai, des Wassers Hyäne,
fletscht schlimm die riesgen Zähne.

Düster dröhnet herbste Härte,
wenn Sturmes stärkste Stärke
in fürchterlichster Drohgebärde
wild und wilder macht kein Ende.
Flutend wie das wildest` Meere
wächst Wetters grell` Gebärde.
Krass und krasser heulen Stürme,
wenn sie zeigen ihre Kräfte.

Rastlos rennend, ruhelos rumorend
ist der Sturme grausam bohrend.
Sein` Erscheinung, sie ist drohend
und seine Absicht bitter fordernd.
Im Aufruhr ist die wild` Natur,
Grauenhaftes zeigt sie nur.
Wie Wurfgranaten sind die Ströme,
die fließen von dem Sturme.

Des Sturmes starker Nachbar
das Gewitter immer war.
Brandgefährlich zucken Blitze,
wenn im Sturzflug kommt der Sturm.
Des Orkanes innre Hitze
ist stabiler als ein Turm.
Hammerhart das Wetter wütet,
wenn der Sturme brandend stürmet.

Die Natur ist aus den Fugen,
der Dächer Ziegel fliegen
krass hinab zur Straß`,
es ist ein Grauen ohne Maß.
Es eilet das Unheil,
die Freud` ist verjagt.
Das Unglück steigt steil,
das Glück ist vertagt.

Der Manne geht zur Fraue ernst
und erkläret ihr mit Nachdruck :
"Alle Sträucher sind total verrenkt,
Gartens Schönheit brechet Stück für Stück."
Und des Sturmes ärgstes Heulen
verängstiget so manche Seelen.
Das arme Kinde heult und bibbert,
am ganzen Leib, es jammernd zittert.

Das Kinde eilt erschrock` ins Haus,
der Mutter komm` die Tränen.
Nicht mehr geht es jetzt hinaus,
der Sturm kann Vieles bitter stören.
Der Witterunge hart` Gesinnung,
sie folget einer schlimm` Bestimmung.
Tosend greift sie an die Bäume
und bringt zum Beben manche Säule.

Massenpanik stets entstehet
wenn der Mensche bitter siehet,
wie Natures Kräfte grausam wüten
und Chaos schlimm bewirken.
Da dröhnet drastisch derb durchdringend
der Nature allerschrecklichst` Stimme.
Das Üble ist der Sturm beginnend
und bedrücket Menschens Sinne.

Ängstlich` Tiere sind am Weinen,
doch Raubtier` steigen stark hervor.
Babys hört man schrillest schreien,
Kampfhunds Bellen gellt empor.
Und traurig wird des Menschens Mimik,
wenn er sieht ein solch` Geschick.
Tiefgreifende Veränderung
bringt die arge Witterung.

In Fetzen fliegt `ne kleine Hütte,
das ist Natures argste Sitte.
Des Sturmes tiefste Zonen,
in Gefährlichkeit sie wohnen.
Wetters Winde wehen wilde,
wenn wahrlich wuchtig wirbelt
der Sturm in ärgstem Stile
und alles Zarte wird gebeutelt.

Sturmes Wüten stärkstens wirkt,
gewaltge Kraft es in sich birgt.
Da krachets lautest bei Gemäuern
und nichts kann je das Unheil steuern.
Den kraftvoll höheren Gewalten,
der Mensch kann nichts entgegen halten.
Zerschmetternd sind des Unheils Mächte,
die zerstörn die Ruh` der Nächte.

Wo der Sturme hat gewütet
und alles Schwache schlimm zerstöret,
in Teilen dort nur lieget
das einstge Schöne, krass zertrümmert.
Stärkste Stürme sind ein Grauen,
denn Zerstörung muss man schauen.
Alles schweiget, blicket stumm
in das Chaos, das verursacht hat der Sturm.

Tote Regenwürmer liegen
in den Straßenrinnen drinnen.
Denn zerschmettert wird der Wurme,
wenn der Winde weht als Sturme.
Schaurig ists, die Schäd` zu sehn,
man meint, es würde Alles untergehn
.
Heulend kommet schnell daher
die einzig helfen könnend` Feuerwehr !



( E N D E )
Hanns SEYDEL, 26.11.2020 - 30.11.2020
( Werk 199 )



 

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