Adalbert Nagele

Das letzte Einhorn

Ich hab mal einen Wald besucht
und drin nach Pilzen rumgesucht,
da kam ein Einhorn auf mich zu
und störte meine Waldesruh.

Es ist schnell auf mich zu gerannt,
da war ich ziemlich angespannt;
zuerst hab ich es nicht geglaubt,
hat lauthals vor sich hin geschnaubt.

Da sprach ich dieses Tier mal an,
wie so was nur geschehen kann?
"Was ist denn los, du Einhorn, sprich!
Du schrecktest mich gar fürchterlich."

"Ein Jäger schoss im Wald auf mich,
er schreckte darauf selber sich;
verwechselt mich mit einem Hirsch,
als er grad war auf seiner Pirsch.

Zum Glück hat er mich nicht getroff'n,
denn dieser Jäger war wohl b'soff'n;
wenn ich ihn nochmals seh von vorn,
spieß ich ihn auf mit meinem Horn!"

Ich knöpfte mir den Jäger vor,
als stand er bei dem Gartentor;
ich sagt ihm forsch zu seiner Tat,
dass er wohl kein Gewissen hat.

Das Einhorn ist dann weg gerannt;
mich hat es wiederum erkannt,
als ich im Wald spazieren ging,
es sogleich von mir Feuer fing.

Doch irgendwann ging's mir verlor'n,
kein andres wurde je gebor'n;
das letzte Einhorn war passe,
wir sagten nicht mal uns - ade.

© Adalbert Nagele

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