Karl-Konrad Knooshood

Die Tränen kommen schon


Die Tränen kommen,

um zu rinnen,

ein Weinen zu beginnen,

heulen muss ich gleich,

doch nicht pathetisch, bächeweich,

streich mir die Haare aus der Visage,

nach der Rage kommt die Rührung,

wenn Wasser fließt: Welch Blamage,

wer ist schon gern nah am Tümpel,

wer gern am Niagarafall gebaut?,

Bei guter Führung,

käm man mit Reue früh raus,

doch ein normaler Alltagspinkel,

dem gebührt keine Taschentuchverstopfung samt Pümpel,

und kein Gedümpel im artifiziellen Mitleid oder in der Empfindlichkeit,

mag's nicht kommen in Verbindlichkeit,

Wenn mir die Rührung Tränen bringt,

und mich zum Zusammenbrechen zwingt…











(08.09.2020)(C) 2020, Kneulen Knütternhood 


Stulle: "Sentimental geworden, lieber Knorke?"

Knooshood: "Ähm...lass es mich so ausdrücken...Mooment, ich weiß gerade nicht weiter...Also: Wenn ich
gelegentlich etwas Rührendes sehe, höre, fühle, dann kann...egal, wie oft ich es bereits gesehen habe: ich
muss weinen, heulen. Im Gedicht beschreibe ich den für mich (fast) artifiziellen Charakter, den das Ganze
hat: Ich weine nicht wegen etwas Realem, sondern Fiktivem. Nun, wenn man nah am Wasser gebaut ist..."

Stulle: "Du präsentierst Dich selbstsicher und abgebrüht in Deinen Gedichten..."

Knooshood: "Bedingt, mein Lieber, sehr bedingt. Ich kann taff oder tapfer oder was auch immer sein, aber
es gibt auch diese vulnerablen Momente, klar, die hat doch jeder Mensch, die meisten wollen es nur nicht
allzu sehr nach außen tragen. Ich habe oft den Fehler gemacht, das zu machen. Aber nun denke und hoffe
ich, dass Vertrauen hier besser ist..."

Stulle: "Vertrauen, dass Dich jemand versteht?"

Knooshood: "So wie ich jede Gefühlsregung zu verstehen versuche, klar. Manchmal ist man sensibel,
früher war dies bei mir mehr so, mittlerweile musste ich lernen, viel davon zu verstecken."

Stulle: "Weil die Welt um uns alle herum hart ist?"

Knooshood: "Auch wieder: Bedingt. Manchmal ja. Wenn man momentan nichtlinks ist, wenn man die
Covid-Maßnahmen für zu überzogen hält, für Freiheit ist, wird man auf die verschiedensten Weisen
angegriffen, zum Glück bisher nicht körperlich. Es ist die Härte zurzeit. Aber das ist und war nicht immer
so. Man muss schauen, wo. Es gibt genügend Örtlichkeiten, in denen man es anders machen kann. Wo
man Gefühle zeigen kann. Rar gesät sind die trotzdem. Man muss sich vielfach verstellen."

Stulle: "Also keine Authentizität?"

Knooshood: "Doch, doch. Ich für meinen Teil versuche - und als wohlwollend Interpretierender muss ich
dies auch zwingend allen anderen Menschen unterstellen - schon, im Rahmen meiner Möglichkeiten, echt
und aufrichtig zu sein. Ehrlich währt am längsten. Ob es dann immer klappt, ist fraglich. Was ich hier
veröffentliche, sei Dir sicher: dahinter stehe ich auch."

Stulle: "Danke, lieber Knorke, für das Gespräch."
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zum Gedicht

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