Patrick Rabe

Die Angst vor dem Gehirn

 

Sie fuhren mich im Krankenwagen,

schon festgeschnallt in Dunkelheit.

Sie redeten mit Keckerstimmen,

bald seien sie von mir befreit.

 

Sie wackelten mit ihren Köpfen,

sie waren keine Menschen mehr,

sie fuhren schneller, immer schneller,

durch Dörfer, und durch Stadtverkehr.

 

„Wir ham‘ ihn“, sagte er ins Handy,

diesmal, da schlachten wir ihn gleich.“

Ich zuckte einmal unterm Laken,

da rief er: „Heil dem deutschen Reich!“

 

Sie fuhren rumpelnd über Grenzen,

durch Länder, die ich nie gekannt,

befummelten und schlugen mich,

wenn mich die Spritze übermannt.

 

Und tiefer fiel ich in den Abgrund,

der Pfleger rief: „Patient ist tot.“

Sie waren weit noch von der Stadt,

am Himmel schien das Morgenrot.

 

Und schließlich hielten sie am Wegrand,

der Matsch, er spritzte hoch hinauf.

Sie sprenkelten mit Wahn und Eis mich,

und fraßen meine Leiche auf.

 

 

„Wer schneller als sein eigenes Gehirn reiten will, den fressen die Zombies auf.“

 

 

© by Patrick Rabe, 18. Dezember 2020, Hamburg.

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