Klaus Mallwitz

Der Witz

Erst lachte ich, als ich ihn hörte,

dann weinte ich, weil er mich störte.

Ich fragte mich, ist das ein Witz?

Da kam es mir, kam wie der Blitz:

 

Das Lachen war von mir gespielt,

weil ich von ihr den Witz erhielt,

von meiner Tante, die mein Blut

stets streichelte, und das tat gut.

 

Und hätt ich damals nicht gelacht,

hätt sie geglaubt: „was hab ich falsch gemacht?“

Ich fühlte mich damals gezwungen,

einfach zu lachen, und sie hat gesungen.

 

Mir tat es gut, sie scherzte immer,

ja, meine Mutter war viel schlimmer,

die schrie und schlug uns Kinder immer

von Tag zu Tag, es wurd´ immer schlimmer.

 

Und ich wollt´ die Tante nicht verlieren,

war sie da, musst´ ich nie parieren.

Doch dieser Witz, der plötzlich kam

aus ihrem Mund, das ohne Scham…

 

Ich wusste nicht, was sie da sagte,

ich lachte nur, weil ich nicht wagte,

sie zu kränken mit der Wahrheit,

dass ihr Witz mir bracht´ ne Klarheit!

 

Ich hab den Witz als Stoß empfunden,

als Stoß ins Herz, nie überwunden.

Als sie dann eines Tages starb,

stand ich allein an ihrem Grab

 

… und dankte ihr still im Geheimen

für den Witz, und musste weinen.

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