Hanns Seydel

EINE SCHIFFSFAHRT ZU DER SCHOTTISCHEN FINGALSHÖHLE


Am Ufer liegt das schwere Schiff,
die Anker sind befestigt richtig tief.
Doch die Anker werden bald gehoben,
denn die Abfahrt, sie wird nicht verschoben.

Kapitän und Mannschaft sind sich sicher,
die Abfahrt, sie wird schön und schöner.
Die Passagiere komm` und sind an Bord,
das Reisen ist für sie ein ständger Sport.

Jetzt sticht das Schiff, das strauchelt nie
in die weite, weite endlos` See.
Verlassend Hafens Sicherheite Stärk`,
ist das Schiffe fest wie ein riesger Berg.

Staffa heißt die unbewohnte Insel,
gehörend zu den Inneren Hebriden.
Geprägt ist sie von vielen Felsen,
oft gemalt von Meistern sichrer Pinsel.

Immer näher kommt die weite Höhle,
an Bord brennt jed` empfindend` Seele.
In Gedanken an die dortge Größe,
Alle können Sehnsucht nicht verhehle`.

Doch die Fahrt geht übers brandend` Meer
und Wassers Unbestand wirkt immer sehr.
Des Wassers wuchtge Wellen schlagen
gegens Schiff und manche Leut` verzagen.

Die Flut hat sich entwickelt und sie wuchtet
gegen Schiffes Reede, Bord und Rumpf.
Die Gezeiten hatten dies befruchtet
und deren Kraft ist niemals stumpf.

Und Alle sehen auf des Meeres Oberfläch`,
aus der Tiefe steigt nach ob` das Ungetier,
das sich gebärdet härter noch als Blech
als wärs ein unbesiegbar starker Stier.

Von dort unten, wo das Grauen, das Entsetzen
seinen  Wohnsitz hat, Haie, begleitet von Delphinen,
steigen stramm nach oben ins gleißende Sonnenlicht,
ihr Anblick die Passagiere tief und tief besticht.

Bis jetzt wars ein schönes Sonnenwetter,
doch die Geschwister Regen, Sturm und Donner
vertreiben schnell der Sonne Helligkeit
und zum Scheinen ist sie nicht mehr bereit.

Der Regen prasselt auf des Schiffes Dach,
der Donner macht seinen üblichen Krach.
Des Sturmes Wind, er brauset wild,
es ist ein ungeheuerliches Bild.

Doch der Passagiere Freude bleibt,
denn der Höhleneingang ist erreicht.
Das Wetter wird bald wieder schön,
das Schiff, es kann vor Anker gehn.

Mit Booten gehts jetzt zu der Höhle Eingang,
und der ist ne` gewaltig große Öffnung.
Unheimliche Steinemassen ohne Ende
prägen dieses riesenhaft` Gelände.

Wahre Trostlosigkeit ist in der Höhle,
es fehlt dort jede lebendge Nähe.
Dunkel ist die ganze Atmosphäre,
bedrückend ist die herbe Kühle.

Die Boote fahrn jetzt wieder zum Schiff zurück,
alles ist gut verlaufen und nichts passiert, ein Glück.
Die Höhle bleibt Allen in Erinnerung,
die Fahrt zu ihr war eine Überraschung !



( E N D E )

Hanns SEYDEL, 03.01.2021 / 04.01.2021

( Werk 214 )



 

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