Claus Reessing

NICHTS DREHT SICH .... NICHTS BEWEGT SICH

Der Einkauf ist gemacht, jetzt nur noch schnell die Sachen nach Hause gebracht, gedacht getan, so war der Plan, ist ja nicht weit, gleich um die Ecke, die Zeit reicht, und dann direkt zur Arbeit fahren. Die ersten Meter waren wie immer, doch nur einen Moment später, wurden klappernde Geräusche lauter und schlimmer, geradezu unerträglich, fast unbeweglich dachte ich noch, wenn ich mich nicht täusche, ist das der Augenblick, wo ich einen Fachmann bräuchte. Eine Leuchte will noch auf sich aufmerksam machen, als mit lautem Krachen und Rattern, zwei Glieder der Kette für den Vortrieb auseinander flattern. Lange waren sie verbunden, doch geschunden von den Runden, die sie gemeinsam über Zahnräder getrieben, ist nicht mehr viel von ihrer Verbindung geblieben. Sie haben sich mit der Zeit aneinander abgerieben, und wollten ihre Trennung wohl nicht länger verschieben. So entschieden, rissen sie sich voneinander los, und bloß eine letzte Halteklammer wurde in ihrer Standhaftigkeit strammer, beim verzweifelten Versuch die Kette an der Spaltung zu hindern, doch mindern die Kräfte, die in diesen Augenblick walten, die Chance, den alten Bolzen in seiner vorgesehenen Position zu halten. Und so knallten die abgenutzten Enden, direkt nach ihrem Zerwürfnis, immer wieder, als wäre es ihnen ein wahres Bedürfnis, beide auf ihrer Seite an den Wänden lang, wodurch der Antrieb als solches, gelinde gesagt, nicht mehr wie ein Motor Klang. Da er danach nicht mehr ansprang, versank auch mein Glaube, es handelt sich vielleicht doch nur um eine lockere Schraube. Und selbst die Menschentraube, vereint auf dem Parkplatz in neugieriger Runde, hatte es gehört, die letzte Stunde der Steuerkette war gekommen, und hatte durch ihre eigenwillige Scheidung, meinem Auto das Leben genommen. Ich versuche benommen die Situation zu analysieren, um zu kapieren, ich habe ein Problem. Ich muss gleich meiner Tätigkeit nachgehen, und mein Auto ist kaputt, denn das bleibt hier jetzt bis auf weiteres stehen. Und ich, wie komme ich hier weg, wirklich, ich könnte durchdrehen ........
naja.....oder doch erstmal zu Fuß nach Hause gehen. Eine Wahl habe ich ja nicht, wenigstens der Einkauf hat kaum Gewicht, denn der Verzicht auf meinen Wagen war ja nicht vorhersehbar, aber ich wohne, wie schon erwähnt, zum Glück relativ nah. Beim Laufen wird mir klar, das war erst der Anfang vom Desaster, denn der Job wartet, ich muss zu meinem Laster. Wie durch ein Raster, fallen verschiedene Alternativen, und zum Schluss ist nur eine Lösung übrig geblieben. Ich habe auf dem Balkon noch meine Fahrräder stehen, ist zwar lange her, aber das müsste gehen. So von Zeitdruck angetrieben, ahnte ich da noch nicht, auch mein Fahrrad musste ich später schieben, dabei war ich, nach Inaugenscheinnahme, mit dem Gesamteindruck zufrieden, denn ich hatte auch den Winterdreck gerade erst vor kurzem noch abgerieben, und für eine genaue Prüfung wäre nun auch keine Zeit mehr lieben. Schnell noch verschiedene Kleidungsstücke ausprobiert, denn es funktioniert auf dem Rad nicht jede Hose, aus Erfahrung weiß ich, mal ist was zu eng, und mal zu lose. Und so tobe ich von Schrank zu Schrank, und fand nach einer Weile, obwohl in Eile, alle Teile, die nötig sind, um gegen Schnee, Regen oder Wind gerüstet zu sein, denn wenn ein Unwetter beginnt, bin ich im Ernstfall, samt meinem Zweirad da draußen allein. Also rein mit allen Sachen, die meinen Rucksack natürlich größer und schwerer machen, ich hoffe, die schwachen Riemen können die Last tragen, der Gurt passt, also werde ich es wagen. In den nächsten Tagen und Wochen, wird dies ununterbrochen, darauf stelle ich mich schon mal ein, wahrscheinlich meine einzige Möglichkeit der Fortbewegung sein. Schnell stecke ich noch die Lampe in ihre Halterung rein, eigentlich ist die zu dunkel, aber wie soll das an so einem Tag auch anders sein. Eine neue, klein mit hellem Schein, war auf die Schnelle nicht zu bekommen, so habe ich in Anbetracht der außergewöhnlichen Nacht, erstmal notgedrungen die alte Funzel genommen. Kurz nachdem ich mit dem Radeln begonnen, fahre ich an meiner havarierten Droschke vorbei, wobei ich gefühlt gleich Kotze, doch dabei hört leider keiner, wie ich vor Wut innerlich Schrei. Dabei war bereits Unheil Nummer zwei in Stellung gegangen, um mich etwas später, nach ca 800 Meter, mit einer neuen Überraschung zu empfangen. Ein kleines Stück vorher hat es angefangen, da drangen wie von einem alten Gartentor, keine schönen Töne in mein Mittelohr, und stellten sich als richtig schlechtes Knarzen vor. Der Grund für ihr Erscheinen, wie sie meinten, wäre von der Drehvorrichtung unten abzuleiten, also der Stange, auf der die Räder gleiten, dort streiten sich die Rollen mit einer Mutter, und wollen, dass sie ihre Einstellung überdenkt und sich ihr Druck auf die Kugeln im Lager senkt, weil sie abgelenkt von ihrer eigentlichen Aufgabe war, denn die Verschraubung ist eigentlich nur für ihre Partnerin da, sie soll nur auf der Nabe kontern, das war wohl nicht ganz klar. Und so geschah, was passieren musste, ich nehme an, dass mein Bike nichts von dem Drama um meinen PKW wusste, trotzdem nutzte es die Gelegenheit, und war nicht bereit, sich weiter zu bewegen. Auch gutes Zureden hat nichts gebracht, mein Verdacht, ich muss das Vorderrad zerlegen, damit sich so die Alleinanziehende Mutter auf dem Drehschraubgewinde locker macht. Die Fracht auf meinem Rücken, schlägt beim Bücken kopfüber auf den Asphalt, es knallt und alsbald läuft aus meiner Thermosflasche heißer Tee in meine Tasche. Jetzt reicht es. Mit dieser miesen Masche, hat es das Universum schon öfters versucht, aber das Drama mit dem verflucht schlechtem Karma, wurde von mir nur selten als Vorstellung in voller Länge gebucht. Doch genug gegrübelt und nachgedacht, mein Schieberad an den nächsten Baum gedübelt, und dann aber schleunigst auf den Weg gemacht, denn in Betracht kam jetzt nur noch laufen, und nach knapp vier Kilometer Schnaufen, tauchen im Sprühregen Konturen auf, ein Segen, es ist mein Arbeitsgerät, ich gucke auf die Uhr, alles viel zu spät. So geht auch dieser Fußmarsch seinem Ende entgegen, nass bis auf die Knochen bei strömendem Regen. Von wegen, es kann nicht schlimmer kommen, habt ihr schon mal eure Arbeit mit durch durchgewalkten Klamotten begonnen, nicht mal die Socken und die Unterhose hat das Wetter bei seiner Bewässerung ausgenommen. Aber gewonnen hat das Schicksal dennoch nicht, zugegeben, auf meiner Seite gibt es diesmal einen recht hohen Schadensbericht. Und so ist dieses Gedicht durch Optimismus entstanden, weil all diese Vorfälle genau in der Reihenfolge bei mir wirklich im letzten Jahr, am 18. November stattfanden. Es ist genauso passiert wie beschrieben, das Unheil ist zweimal länger geblieben, und wollte auch nichts von alledem auf einen anderen Tag verschieben. Seitdem habe ich den Umgang mit der Vorsehung, Abteilung Unglück, so gut wie es geht vermieden. Wissen Sie, ich will einfach nur meinen Frieden, mein Fahrrad muss ich seitdem nicht mehr schieben, und ich habe wieder angefangen das Fahrradfahren bei gutem Wetter zu lieben. Und auch mein Auto ist bei mir verblieben, die Reparatur war übertrieben teuer, aber jetzt läuft er wie ein Neuer. Der Tag im November war wirklich ungeheuer schlecht, man kann mit Recht behaupten, so ein Tag kann nicht viel schlimmer laufen. Doch Vorsicht, es geht immer noch mehr, gerade mit Fahrzeugen im öffentlichen Verkehr. Aber ich will nicht klagen, mein Fahrrad läuft, mein Auto, das nicht viel säuft, ist wieder heil, und ganz ehrlich, ......

das finde ich super geil

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.01.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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