Brigitte Waldner

Unerwünschter Besuch


Es kam ein Hund um vier Uhr früh,
was ich auf einem Video seh,
der zu mir in den Garten sprang,
und das schon eine Woche lang.

Den Maschendraht hat er verdrückt,
bis es nach Fehlversuchen glückt,
beim Sprung herein und auch hinaus,
dann lief er x-mal um mein Haus.

Was er an jedem Morgen tat,
sein Pelz steckt auf dem Stacheldraht,
bestimmt hat er sich auch verletzt,
zwei Säcke Müll hat er zerfetzt.

Die Dosen lagen weit verstreut,
das Plastik flog im Winde weit,
ein Fensterglas zerbrach er auch,
er muss ja blutig sein am Bauch.

Ich roch die Wolle auf dem Draht,
sie riecht nach Kuhstall und ich bat
den Bauern hier bei mir im Ort,
der Hund muss aus dem Garten fort.

Er macht mir meinen Zaun kaputt,
ich habe Angst, dass er was tut
zu christlich früher Morgenstund,
er schwängert mir noch meinen Hund.

Der Bauer lacht nur und er meint:
„Das kann nicht sein. Es scheint,
dass meine Hündin läufig war,
deswegen war sein Hund ja da.“

Er hat hier aber nicht zu sein,
er ist ja nicht bei mir daheim.
Der Zaun ist jedenfalls verdrückt,
die Hündin aber nicht beglückt.

Denn Sie war ja bei mir im Haus.
Bei Nacht geht sie nicht gern hinaus.
Doch falls er sie geschwängert hat,
dann wüsste ich mir keinen Rat.

Der Schnee am Zaun liegt meterhoch,
wie oft kommt dieser Hund denn noch?
Der Bauernhund wird angehängt,
dass er nicht mehr ans Streunen denkt.

Die Kette fällt ihm schwer zur Last,
als ob mir das gefällt und passt.
Der Bauer hat ja kein Problem:
Sein Berner Sennenhund ist schön

als Vater für die wilde Zucht
von Mischlingen, nicht ausgesucht.
Mein Labra ist ja schon ein Mix,
und noch mehr Mix, das bringt doch nix.

Text und Foto: © Brigitte Waldner

 

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