Gabriele Förster-Wöbke

Vulgär ?

 

Nimm dein Gesäß bitte zur Seite,
ich möchte gern an den Kühlschrank ran“,
spricht mein Mann honigsüß säuselnd
mich überraschend leise an.

Was will er? Will er mich veräppeln?
Dem blase ich doch wohl gleich den Marsch.
Ich bin 'ne ausgewachsene Frau,
die stolz ist auf ihren Arsch.

 

© 2021 Gabriele Förster-Wöbke


Es gab Zeiten, in denen wurde über bestimmte körperliche Dinge nicht gesprochen, da es sich nicht ziemte. Unter anderem nahm man Begriffe wie „Arsch“ und „Scheiße“ nicht in den Mund. Darüber sprach man nicht, wenn man von der gehobenen Gesellschaft akzeptiert werden wollte.

Nun war es aber doch hin und wieder notwendig , den „Arsch“ zu benennen und es entstanden Unwörter wie „Gesäß“ (weil man darauf sitzt) und „Hinterteil“ (weil das Körperteil hinten ist). Einzig akzeptabel ist das Wörtchen „Po“, aber dieses kleine Wort kann auch nur etwas kleines, kindliches bezeichnen.
Nun ist der „Arsch“ aber ein wichtiges Körperteil, im Gegensatz zum Blinddarm. Dennoch wird der Begriff „Arsch“ auch als Schimpfwort benutzt und bezeichnet z. B. abwertend eine Person. Wenn man eine Person als „Arsch“ bezeichnet, will man damit sagen, dass die Person den Anschein erweckt, dass sie nur aus ihrem „Arsch“ besteht und sonst keinerlei Körperteile, vor allem kein Gehirn hat. Teilweise wird „du Arsch“ aber auch neckend verwendet.
Auch kann einem etwas „am Arsch vorbei gehen“. Das bedeutet, dass eine Sache oder Begebenheit oder Sonstiges nicht interessiert oder keinerlei Bedeutung hat. Hier wird auch deutlich, dass der eigene „Arsch“ einem sehr wichtig ist, zumal man ihn manchmal auch retten will.
Dem Leser werden diesbezüglich noch diverse umgangssprachliche Redewendungen einfallen.

Der Begriff „Scheiße“ bedeutet in seinem Ursprung nichts anderes als „zerfließen, zerteilen“ und wurde früher anstelle des noch nicht entstandenen Wortes „Durchfall“ benutzt.
„Kot“, egal ob menschlich oder tierisch, war immer von gesunder, geformter Konsistenz - „Scheiße“ nicht. Durchfall ist unangenehm. Somit wird „Scheiße“ häufig auch als Synonym für etwas „Unangenehmes“ benutzt.
Aber auch hier werden dem Leser sicherlich diverse umgangssprachliche Redewendungen einfallen, deren Auflistung an dieser Stelle zu weit führt.

Die Worte „Arsch“ und „Scheiße“ in ihrem ursprünglichen Sinn, sind heute durchaus wieder gesellschaftsfähig. Doch wie bei jeder Wortwiederholung fühlt sich der Zuhörer (oder Leser) zunehmend genervt, wenn die Worte „Arsch“ und „Scheiße“, besonders als Synonym verwendet, ständig wiederholt werden (wie z. B. in dieser Anmerkung).

Natürlich kann diese Anmerkung des Autoren dem Leser auch am „Arsch“ vorbeigehen.

Gabriele Förster-Wöbke, Anmerkung zum Gedicht

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Gabriele Förster-Wöbke).
Der Beitrag wurde von Gabriele Förster-Wöbke auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.01.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Bücher unserer Autoren:

cover

Der Untergang der Allianz: Zukunft und Vergangenheit von Thalia Naran



Science Fiction Roman. Drei Freunde die einen Blick in die Zukunft werfen um dann in der Gegenwart, beschließen die Zukunft zu ändern.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (7)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Alltag" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Gabriele Förster-Wöbke

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Ein alter Hut von Gabriele Förster-Wöbke (Corona / Coronavirus (SARS-CoV-2))
Mein 500. Gedicht - Ein leckeres Fleischgericht von Christina Dittwald (Alltag)
Ewiges Leuchten von Stefanie Dietz (Trost & Hoffnung)