Aylin

Die Corona-Nörgelei, ein Denkanstoß

Die Corona-Nörgelei , ein Denkanstoß

 

Ja, Corona hat uns aus unseren gewohnten Bahnen und in eine gefühlsmäßige Eiszeit geworfen. Es ist eine Kraftanstrengung für alle. Für die Politik, die Wirtschaft, die Menschen im Alltag. Und dennoch: Macht es uns nicht auch bewusst, was uns im Leben wirklich wertvoll ist und wie oft wir nörgeln um Kleinigkeiten, Banalitäten?

Da streitet man sich mit dem Partner, den man doch liebt, weil er den Müll nicht raus bringt, weil sie sein Lieblingsessen nicht kocht. Was aber, wenn der Partner auf einmal nicht mehr da ist oder wenn die Gefahr besteht, dass es so wäre?

Corona rückt gefährlich nahe. In meinem Umfeld breitet sich die Mutante aus. Sicherlich machen wir alles, was vorgeschrieben ist. Haben uns sogar Tests gekauft, damit wir nicht auf Besuch von Enkelchen verzichten müssen. Für richtig viel Geld. Corona zeigt uns, wo unsere Prioritäten liegen, was uns wirklich wichtig ist im Leben.

Wir hatten alles. Urlaube, Essen gehen, wann immer man will, Feiern und gesellig sein - aber es war uns selbstverständlich.

Im Bekanntenkreis ist jetzt ein Feuerwehrmann erkrankt und seine Familie mit. Einer, der immer hilft und immer da ist. Sein Baby kämpft ums Überleben und die Mutter geht mit ihm ins Krankenhaus, wohl wissend, dass sie es dort auch bekommen kann. DAS sind Schicksale, die berühren. Die demütig machen. Mich zumindest. Wie nichtig ist es dagegen, dass man nicht mehr schön beim Italiener sitzen kann und seinen Cappuchino trinken? Wir alle haben das Verzichten verlernt und nörgeln auf hohem Niveau. Ich trage gerne noch länger Maske, wenn dadurch im Zweifalle auch nur ein einziges Kind gesund bleibt.

Wir alle haben Verantwortung für den anderen, Mitleiden verlernt. Sind in unserem Wohlstand satt und undifferenziert geworden. Eine Arbeitsstelle ist nicht selbstverständlich, Viele sind auch vor Corona unverschuldet arbeitslos geworden, Ein Haus ist nicht selbstverständlich. Viele leben mit fünf Leuten auf sechzig Quadratmetern. Nicht mal Essen ist in diesem reichen Land selbstverständlich. Auch hier gibt es viele Arme, deren Haushaltskasse schon vor dem Monatsende leer ist. Nicht immer sind das nur Alkoholiker und Arbeitsscheue. Immer also müssen wir den Supergau grundsätzlich im Leben mit einkalkulieren.

Wenn man sich solche Gedanken macht, dann kann man Corona besser verdauen. Das Leben läuft nicht immer gerade und wirft einem manchen Stein vor die Füße. Manchmal auch auf den Kopf. Was man dann mit dem Stein macht, das muss jeder selbst entscheiden. Die Dinge des Lebens ändern sich für jeden persönlich nur, wenn er den Blick darauf ändert.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.01.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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