Hans-Werner Lücker

Schüchtern schamlos

Schüchtern schamlos

Er dämpft mit einem schwarzen Tuch
die Schüchternheit in ihren Augen,
verknotet beide Enden fest,
was sie nur noch erahnen lässt,
wozu wohl seine Hände taugen,
wenn endlich stirbt des Wartens Fluch.

Schon reißt er ihr den Stoff vom Leib –
gleich Resten letzter Scham und Scheu
und widmet sich der stummen Bitte,
zu stürmen ihre heiße Mitte.
Sie gibt sich hin, fühlt ?s schamlos neu,
wie in ihr kocht das wilde Weib.

Sie lehnt sich rücklings an die Wand,
ergreift entschlossen seinen Kopf
und führt ihn dorthin, wo massiv
er augennah und zungentief
sich nähren muss aus ihrem Tropf –
bis SIE final löst ?s Augenband.


© H.W.L.


PS:
1. Ein Gedicht zum Thema “Erotik“ ist immer gewagt – aber ich habe mich einfach mal getraut.
2. Nicht nur – aber auch – hat mir das Reimschema „abccba“ dabei besondere Freude bereitet.

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„Krachen, Scheppern und dann gewaltiger Lärm, als ein schwerer Gegenstand an die Wand geworfen wurde. Oh verdammt, die Verrückte spielte drüben in der Küche schon wieder ihr absolutes Lieblingsspiel – Geister vertreiben. Gleich würde sie hierher ins Wohnzimmer stürzen, wo ich versuchte, in Ruhe meine Hausaufgaben zu machen. Und dann würde sie mir wieder lang und breit erklären, welches Gespenst gerade versucht hatte, durch die Wand zu gehen und sie anzugreifen. Ich hasste sie! Ich hasste dieses Weib aus ganzem Herzen!“ Die 13-jährige Eva lebt in einer nach außen hin heilen, kleinbürgerlichen Familie. Hinter der geschlossenen Tür herrscht Tag für Tag eine Hölle aus psychischer und physischer Gewalt durch die psychopathische Mutter und den egomanischen Vater. Verzweifelt versucht sie, sich daraus zu befreien. Vergebens - bis ihr ein altes Buch in die Hände fällt. Als letzten Ausweg beschwört sie daraus einen Teufel. Er bietet ihr seine Hilfe an. Aber sein Preis ist hoch...

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