Andreas Vierk

Tristan und Isolde

 

 

 

Sankt Valentin: das ist der Tag
für Spritzen und Tabletten,

denn gestern, als ich bei dir lag,
im kristallinen, stillen Hag,
wollt’ uns die Nacht nicht retten,

in tiefe Leidenschaft zu stürzen:
wir schmolzen ineinander.
Mag Valentin die Lippe schürzen –
wir liebten es, den Schnee zu würzen
mit Atemkoriander.

Ich weiß nicht, wo du heute liegst.
Ich hänge an Geräten.
Ob du zum Beteigeuze fliegst,
dich auf der samtnen Lethe wiegst –
du musst noch für mich beten!

 

 

 

 

 

 

 

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Andreas Vierk schreibt seit seinem zehnten Lebensjahr Prosa und Lyrik. Er verfasste die meisten der Gedichte des „Septemberstrands“ in den Jahren 2013 und 2014.

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