Patrick Rabe

Der Unrechtstaat

Der Unrechtstaat

 

Ich kriege gesalzenes Fernseh’n,

ich weiß, dass sie mich belügen.

Sie schneiden das alles auf mich zu,

so wird nie die Revolution siegen.

 

Sie nennen mich psychisch krank, sagen, ich irre,

schreiben mich auf, wenn ich lache,

nehmen mich und euch in Geiselhaft,

damit ich nicht Revolution mache.

 

Sie geben mir Medis, dass ich blöde wirke,

und als hätt‘ ich `nen Sprung in der Schüssel,

und wollen das Jüdische aus mir austreiben,

die Nase, die nennen sie Rüssel.

 

Sie stören sich an dem beschnittenen Schwanz,

obwohl das die Frauen schon mögen,

hypnotisier’n mir ins Hirn, ich würd‘ ganz,

nähm‘ ich vom Joint einen Sögen.

 

Sie sagen mir, ich sei ja nicht so schlimm jüdisch,

nur ca. so dreißig Prozent,

das Ganze getarnt, als hieße es „lydisch“,

damit nicht ganz Deutschland gleich brennt.

 

Aus den Garagen, da kommen die Autos,

Geheimdienstleute sind drin,

sie sagen, ich solle die Klappe halten,

sonst wäre ich bald tot und hin.

 

Sie machen mir Angebote,

ich könnte ja Schriftsteller bleiben,

ich müsste nur decken ihr teuflisches Spiel,

und müsste, was sie wollen, schreiben.

 

In den Psychiatrien, da sitzen die Leute,

die diesen Staat mal hinterfragt,

sie werden getötet, ich sah es als Zeuge,

wer dort widerspricht, wird gejagt.

 

Zum Schluss wollen sie sich noch darauf rausreden,

dass ich das nur als Jude sag,

doch sie schnappen, verblöden und töten dort jeden,

der nicht so tanzt, wie „Staat“ es mag.

 

Sie töten, weil dieses Land auf Toten fußt,

die Welt war nie die, die sie sein soll.

Nur haben’s nach `45 zu viele gewusst,

ich grüß lächelnd Sophiechen Scholl.

 

Und ich MEINE Deutschland. Nicht Nordkorea.

 

Gewidmet allen in der Psychiatrie und im Gefängnis gequälten und ermordeten, und denen, bei denen es gelungen ist, ihnen ihr Gedächtnis zu löschen, und sie „erfolgreich“ „umzuerziehen“. Diesen Menschen ist ihre Menschenwürde genommen worden. Ich kenne viele von ihnen persönlich. Und jedes Mal in meinem Leben, wenn ich versuchte, mich der linken Revolution anzuschließen, schoss der deutsche Staat auf irgendeine Weise dazwischen. Es bleibt realiter nur die Wahl: Entscheide ich mich für die Menschlichkeit und meine Mitmenschen, oder gegen sie. Und ich habe mich für sie entschieden. Das ist nicht zurücknehmbar. Und ich werde bis zum letzten Atemzug gegen diesen Staat protestieren, bis mich der Staat entweder tötet, oder er es einsieht, dass er auf Verbrechen, Krieg und Unrecht fußt, und sich ändert. Das gilt natürlich nicht nur für Deutschland. Aber ich lebe nunmal hier. Ich kann mich nicht in anderen Ländern vor Ort an der Revolution beteiligen. Wer mir helfen und mich in meinen Vorhaben unterstützen möchte: bitte immer gerne.

 

 

 

 

© by Patrick Rabe, 18. Februar 2021, Hamburg.

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Patrick Rabe).
Der Beitrag wurde von Patrick Rabe auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.02.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Buch von Patrick Rabe:

cover

Gottes Zelt: Glaubens- und Liebesgedichte von Patrick Rabe



Die Glaubens-und Liebesgedichte von Patrick Rabe sind mutig, innig, streitbar, vertrauens- und humorvoll, sie klammern auch Zweifel, Anfechtungen und Prüfungen nicht aus, stellen manchmal gewohnte Glaubensmuster auf den Kopf und eröffnen dem Leser den weiten Raum Gottes. Tief und kathartisch sind seine Gedichte von Tod und seelischer Wiederauferstehung, es finden sich Poeme der Suche, des Trostes, der Klage und der Freude. Abgerundet wird das Buch von einigen ungewöhnlichen theologischen Betrachtungen. Kein Happy-Clappy-Lobpreis, sondern ein Buch mit Ecken und Kanten, das einen Blick aufs Christentum eröffnet, der fern konservativer Traditionen liegt.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Gesellschaftskritisches" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Patrick Rabe

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Phönix ll von Patrick Rabe (Expressionismus)
Die Lizenz zum Gelddrucken von Jürgen Berndt-Lüders (Gesellschaftskritisches)
WINTERBLUMEN von Heidi Schmitt-Lermann (Natur)