Thomas-Otto Heiden

Der alte Mann







Der alte Mann

 

 

Einst traf ich einen alten Mann, 
gebückt und behäbig war sein Gang. 
Sein Gesicht faltig und blass. 
Altersflecken auf der Haut, 
Das Kopfhaar verschwunden, 

Wir unterhielten uns sehr lange, 
er sprach von seiner Welt, 
in der er aufwuchs. 
Von dem Schönen und dem Grauen, 
das er gesehen hatte. 
Von Liebe Glück und Leid das er erlebte. 

Glasig wurd(e) sein Blick, 
als er von seiner Frau, 
und seinen Kindern sprach. 
Die waren längst gestorben. 
Enkel gab es keine. 
Nun war er ganz allein. 
Nur sein Hund Herr Maier, 
war ihm noch geblieben. 

Doch Herr Maier war ein alter Hund. 
Auch er, würd(e) wohl bald gehen. 
Dann hätt er auf der weiten Welt, 
bald niemand mehr.  

Aufmerksam hörte ich ihm zu, 
sah mich und auch mein Leben, 
in neuem Lichte. 
Auch ich war ganz allein. 
Ich fragte ihn wie alt er sei, 
da schaute er mich an und sagte. 
Ich lebe jetzt schon 115, Jahre. 

Der liebe Gott, 
er meints wohl gut mit mir, 
so sieht es beinah aus. 
Doch es ist eine schwere Bürde, 
die ich trage an jedem neuen Tage, 
und das Tag ein Tag aus. 

Was ich erlebt und auch gesehen, 
das füllt zwei ganze Leben aus. 
Jetzt ist´s genug, 
und ich will endlich „Heim“ ins Himmelreich. 
Ich möchte endlich gehen nach Haus. 

Dann stand er auf, 
ich sah ihm nach, 
als er die Straße runter ging, 
und wünschte ihm von Herzen, 
das ihm die Engel gnädig sind. 

Drei ganze Jahr noch lebte er, 
sein Hund war schon gestorben, 
ich war der einzige der ihn zu Grabe trug, 
denn kein anderer war mehr da. 

So saß ich still an seinem Grabe, 
mit meinen 55. Jahr. 
Noch oft hab ich an ihn gedacht, 
an das was er erzählte. 
An das was an diesem Tag geschah. 

Ich schmücke stets sein kleines Grab, 
weil´s niemand anderen mehr gibt, 
der’s täte. 

 

Und wenn er hoch, 
vom Himmel runter schaut. 
Er sicher froh und glücklich ist. 

 

Ich denke so, 
denn ich bin Optimist. 

 

 

 

Thomas-Otto Heiden 

 

 

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