Gabriele Förster-Wöbke

21.02.: Tag der Muttersprache (Hamburgisch)

 

Mudderschbraachentach

 

Hoit is där Tach där Mudderschbraache
und das internadzionaal.
Von Muddern hab ich meine Schbraache.
Hoit giebs zum Frühschdück Aal.

In Hamburch, da wird fix geschdolpert,
das meinen oft die annern:
Man „sstolpert übern sspitzen Sstein“,
un das is echt 'n Jammer.

Doch dieser „Sstein“, der liecht bei vielen
schon lange inner Elbe.
Es is nu Hochdeutsch angesacht,
doch „Schdein“ is fast dasselbe.

 

(© 2021 Gabriele Förster-Wöbke)

 

Mehr davon? Hier geht es zum Hamburg-Lied:

https://www.e-stories.de/gedichte-lesen.phtml?241649

 

 

Das ist kein „Hamburger Platt“ oder „Plattdeutsch“ (sprechen leider in Hamburg nur noch wenige). Das ist nur die typische Hamburger Mundart („Hamburgisch“) und hat weniger Platt-Anteile.

Grundsätzlich lässt der Hamburger sich nicht gern hinterherputzen. Wenn doch, ist er kein echter Hamburger. Wenn Dir irgendwo auf der Welt ein Hamburger (ich meine nicht den zum Essen) begegnet, der Dich fragt:

„Hass ma Handeule un Schaufel und denn brauch ich noch n Feudel“,

dann meint er Handbesen und Handschaufel und ein Bodentuch, um feucht zu wischen.

„Friesennerz“ (bzw. „Öljacke“) ist leider aus dem Stadtbild verschwunden. „Hamburg im Regen“ war in den 70ern. Heute lässt man sich „nassreechnen“, denn man „is ja nich aus Zugger“ oder man nimmt einen Schirm wegen der Haare.

Da die Frage aufkam: "Moin Moin" oder "Moin" ?
Gedoppelt sagt es kaum einer. Die Doppelung des Grußes kommt wohl eher von der Doppelung der Grußformel "Hummel Hummel" und der Antwort "Mors Mors". Manche hamburger Print-Medien behaupten, dass "Moin Moin" ein Gespräch einleiten würde oder dieser Gruß vom Herzen käme. Das ist Blödsinn. Zeigt aber auch, dass der Hamburger gern rumblödelt und "dumm Tüch" (dummes Zeug) erzählt.

Nix verschdandn? (Nichts verstanden?)

Hier die Übersetzung:

Muttersprachentag

Heute ist der Tag der Muttersprache
und das international.
Von der Mutter habe ich meine Sprache.
Heute gibt es zum Frühstück Aal.

In Hamburg, da wird schnell (stark) gestolpert,
das meinen oft die anderen:
Man „stolpert über den spitzen Stein“
und das ist wirklich zum Jammern.

Doch dieser „Stein“, der liegt bei vielen
lange schon in der Elbe.
Es ist nun Hochdeutsch angesagt,
doch „Stein“ ist fast dasselbe.


Gabriele Förster-Wöbke, Anmerkung zum Gedicht

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