Harry Krumpach

Das Radio leis plärrend

Das Radio leis plärrend, in jenem Ton,

der mich penetriert, seit Jahren schon;

die Funzel hoch oben, im trüben Licht,

gar spärlich, die Gäste erkennt man nicht.

 

Hier ein Gemurmel, wie leises Gebrumm,

es zu ergründen, geh um den Tresen ich rum;

da seh ich sie sitzen, vor sich schales Bier,

die Köpfe zusammen, verschworene Vier.

 

Zwar streng ich mich an, doch höre ich nicht,

was der eine zum andern, leise da spricht;

als einer mich sieht, werden alle ganz stumm,

sie schweigen, bis ich um die Theke herum.

 

Dann setzen sie flüsternd ihre Gespräche fort,

ich selbst suche weiter, an einem anderen Ort;

hölzerne Treppenstufen knarren lang nach,

so steig ich herauf, bis zum Raum unterm Dach.

 

Der selbst erstrahlt müde, im diffusem Licht,

eine unheimlicher Ort, der mich, hier anspricht;

voll weißer Spinnweben, im Geister Verstecke,

nur Angst schürende Dinge, ich ringsum entdecke.

 

Für mich umgibt eine schaurige Aura das Haus,

ich stürme hinunter, ganz auf die Straße hinaus;

seh dabei mich um, mit gar unsicheren Blick,

verspüre vier Messer schon in meinem Genick.

 

Doch vier Ganoven, muss ich Euch gestehen,

hab wenig später, ich im Theater gesehen;

dort konnte ich mich, an jenem Stücke laben,

das sie doch so leise, im Lokal geprobt haben.

 

Die Kammer unterm Dach, sehe ich nun ein,

wird wohl einfach nur, Requisitenraum sein;

was mich dort verängstigt im dunklem Licht,

ist ein Fundus von Dingen, aus jetziger Sicht.

 

So tragen wir in uns, das Dunkel, das Licht,

können nicht sagen, was uns wo, wie anspricht;

doch den Verstand nutzend, die Dinge verstehen,

können wir künftig, die Wahrheit klar sehen.

 

 

 

 

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