Karl-Konrad Knooshood

Auf der Eisenbahnbrücke

 

 



Keine Sicherheit,

kein Recht auf Unversehrtheit,

und keine Unverletzlichkeit,

der Wohnung mehr,

Trumpf ist Ungesetzlichkeit,

kein Luxus, nicht mal Besitz,

bald wird alles eingeheimst,

und halb Afrika und Orient kommen auch noch reingeschneit,

ein Virus macht sich breit,

und Masken weit und breit,

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit,

dass die Antifa einem auflauert,

oder 's Auto unbeschädigt überdauert,

ein ständiges Tatütata,

mal Feuerwehr, mal Notdienst, mal Polizei,

Seltener ist der Paketdienst da,

selbst im Netz ist man nicht frei,

Zensur trennt weder Weizen von Spreu,

noch erfindet sie das Internet neu,

höchstens im linken Mimosen-Einheitsgesinnungssinne,

Fällt einem nix mehr zu ein zu dieser Zeit,

sie ist nicht heilig, nicht gebenedeit,

und hold uns nicht, mich küssen weder Muse noch Minne,

 

Zeit für alte Mythen, alte Werte,

Zeit für den Rückgriff, Rückblick,

auf vergangenes Glück,

und das wahrlich Unbeschwerte,

kein Konsum, kaum Ressourcen,

kein Futter, Fressen mehr für alle,

Mangel statt Überfluss, statt Überdruss Verdursten,

verrecken, verelenden, dann verenden,

Ist das die wahre Globalisierungsfalle,

und werden unsre Nationen abgeschafft?,

Wenn eine Kultur vergeht, Tod durch Lücke klafft,

ist's fabelhaft mitnichten,

Politiker mit Plänen in Hinterzimmern mit Hintertüren,

ihr finsteres Werk verrichten,

uns die Freiheiten abtrennen, Kehlen zuschnüren,

versuchen, uns zu beschwichtigen,

und doch hinter die Fichte zu führen,

Wollen wir aufrühren,

lassen sie es uns spüren,

statt wir sie bei Wahlen,

die nur noch Staffage sind,

um die Apokalypse aufzumalen,

durch den scharfen Klima-Wind,

 

Zeit für scharfe Klingen,

für ein wenig Hauttraktieren,

ins Fleisch lass sie dringen,

mit der Seelenerleichterung zu paktieren,

wenn's schon kein Entkommen gibt…,

 

Ökologie schlägt Ökonomie,

alternativ und "sauber" die Energie,

doch reichen werden Kapazitäten nie,

der GRÜNEN-LINKEN-SPD-Spleen,

und alle müssen mitziehen,

sich kleinmachen und verzichten,

während sich die Anker des düstern Dampfers lichten,

Kurs aufs Eigenvernichten,

- die Chinesen, Inder, selbst Amis grinsen,

während wir gehen in die Binsen,

Migras, Muselmannen meist, nerven,

und sind selten nützlich, oft gefährlich,

immer teurer wird's, entbehrlich,

ist was, muss man überlegen,

Ist man redlich, fleißig, ehrlich,

wird's doch arg beschwerlich,

für die fremden Fresser sehr begehrlich,

- wer wird, auch demografisch, überleben?,

Die Gesellschaft gespalten, Frieden wird's nie mehr,

und keine neuen Gutzeiten geben,

bis das Paradies versinkt – wie Atlantis, im Meer,

- wo kriegt man was zum Beißen her?,

wenn die Not ansteht, 's Land am Boden liegt,

wann droht dann der Bürgerkrieg?,

 

Genau der richtige Augenblick,

für einen Stuhl, Balken, Haken, dicken Strick,

und zu baumeln seriös im Wind,

tot aber endlich frei von Drangsal, Sünd',

- aber nur, wenn's keinen Ausweg gibt,

 

Genau der Moment, in dem man steigt,

auf eine Brücke oberhalb der Schienenbahn,

da man die Aussicht genießend 's Haupt rund beugt,

und die Züge viel besser erkennen kann,

- ein Gedankengang im Krebsgang,

es gibt einen Schienenwärter,

doch ich bin nicht der junge WERTHER…,

 

Exakt der Zeitpunkt für den Gigantenschluck,

es gibt so viele wirksame Kräuter,

ein Becherchen vom Schierling, mit 'nem Ruck,

bin ich durch die Speiseröhr' geläutert,

 

Nichts ist gut an alledem,

das Leben ist extrem extrem,

doch weder Virus noch Ekzem,

sind die Lösung fürs Problem,

dass man sich bewusst ist,

dass es nicht nur Lust ist,

dass es nicht nur Frust ist,

dass es nicht nur Blues ist,

sondern endlich und "memento mori",

there's no more DON'T WORRY…





(22.01.2021)(C) 2021, Kneisenbahnbrücke Blueshood 


Stulle: Ist dies endlich der dritte Teil Deiner angekündigten Trilogie zum Thema Corona?

Knooshood: In der Tat.

Stulle: Schließt Du damit dieses Kapitel ab?

Knooshood: Angesichts der Gesamtsituation, mit der ich im Grunde nur äußerst unzufrieden sein kann,
wohl nicht.

Stulle: Wie wird es thematisch weitergehen?

Knooshood: Nun, ich habe ein episch langes, eher Battle-Rap-artiges Wut- und Hassgedicht geschrieben,
das etwas weniger undeutlich als vielmehr sehr deutlich und drastisch ist, wie man es von mir kennt, nur
noch 100% aufgedreht.

Stulle: Und darin geht es auch ausschließlich um Corona? Seit wann bist Du so monothematisch
unterwegs?

Knooshood: Nein, es geht um quasi sämtliche Irrungen, Wirrungen und Verwerfungen unsrer Zeit, die
Widersprüche, das immer mehr um sich greifende Kindische dieser Welt, dieser Zeit, dieser Politik. Wir
werden wie die letzten Deppen behandelt, insbesondere wir Bevölkerung. Dazu gibt es immer mehr
Einschränkungen, Freiheitsentziehungen, Verbote und mehr, um die "Clownwelt", die wir uns errichten
lassen, in der immer mehr Dinge, die man früher selbst für überzogenste Satire für unglaubwürdig
befunden hätte, "normal" werden und vernünftig veranlagte Individuen, die versuchen, normal zu denken
und leben, immer mehr dazu bringen, das Gefühl zu haben, nicht atmen zu können. Dieser Satz des Nicht-
Durchatmen-Könnens, wird den Refrain des Gedichts bilden, das wesentlich zu lang geworden ist, um es
in einem Rutsch en gros zu veröffentlichen.

Stulle: In DIESEM Gedicht geht es um Selbstmord?

Knooshood: Um die Gefühle des Suizids eher. Um die Gedanken von Endlichkeit und Unendlichkeit, von
Leben und Ableben, Dasein und Tod. Wenn man, so man nicht beruflich das Glück hat, den ganzen Tag
unterwegs zu sein, auf sich selbst zurückgeworfen ist, weitestgehend. Nur Partner um sich her, wer das
Glück hat. Das habe ich zum Glück.

Stulle: Arbeitest Du denn?

Knooshood: Zurzeit ja. Ich suche nach einem Vollzeitjob in meinem Traumberuf, der relativ krisensicher
sein sollte/dürfte. Aber ich habe etwas zu tun. Jeden sehr frühen Morgen stehe ich auf, fahre los und
komme gegen frühen Nachmittag wieder. Also Teilzeit. Es ist noch nicht perfekt zurzeit. Aber ab dann
bleibt genug Energie...

Stulle: Für neue 'Meisterwerke'?

Knooshood: Unter Umständen...man bemüht sich ja. Versucht, sich selbst zu übertreffen, wo es möglich
erscheint. Meist gelingt es dann doch nicht, denn man steckt in sich selbst fest.

Stulle: So viel Verzweiflung in diesem Text. Keine Hoffnung, keine Zuversicht?

Knooshood: Momentan ist die Mangelware.

Stulle: Danke für das Gespräch.
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zum Gedicht

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