Janna Ney

Schnecklich verliebt


Am Beet, gleich unter den vermoosten Steinen,
verschläft ein schwarzer, vollgefressner Schneck
den Tag. Er aß die jungen Pflänzchen weg.
An jedem Abend sucht er nach der kleinen

zartrosa Schneckenfrau mit süßem Flunsch,
die auf der gleichen Wellenlänge kriecht
und ganz dezent nach Schneckaroma riecht.
Als Nackedei drängt ihn der heiße Wunsch,

die Schöne möge doch ein Haus besitzen,
in dessen Stübchen einst die Bübchen sitzen,
die sie ihm neben vielen Töchtern schenkt.

Und während er an eine Hochzeit denkt,
erblickt er plötzlich eine Weinbergschnecke
am gut besuchten Treffpunkt Brombeerhecke.

Ganz aufgeregt eilt er im Schneckgalopp
so schnell es eben geht, zu einer Pfütze,
rückt seine Fühler grade und die Mütze
und zieht zur Auserwählten ohne Stopp.

Sein Herz zerspringt fast und das Schleimleib zittert,
er starrt sie an und kriegt kein Wort heraus.
Sie aber kriecht zurück ins Schneckenhaus,
aus dem sie mit den Fühlern sorgsam wittert.

Dann ruft sie spöttisch durch die schmalen Ritzen:
Geh erst mal duschen nach dem starken Schwitzen!
Beschämt macht er sich auf den Weg zum Wasser

und kommt nach einer Weile dann als nasser,
gut abgeschrubbter Mannskerl angekrochen.
Nun sind die beiden in den Flitterwochen.

 

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