Ursula Rischanek

Dem sterbenden Dichter....😔

..auch wenn dies nun schien seine letzte Stund,
man konnte es sehen um seinen Mund -
ein Lächeln abzeichnend war wohl gewiss,
als Dichter selbst wusst er überdies...

Worte - Gefühle in Zeilen erfasst,
schrieb er voll Lieb' und doch innerer Hast,
galten dem Engel der ihn inspiriert,
zu seiner Zeit als so oft er sinniert.

Sinniert über Liebe, Sehnsucht die er empfand,
ihn mit dem himmlischem Wesen verband -

er wusste zeitlebens, einmal würd es sein...

So war nicht bang ihm, musst er nunmehr gehn,
dacht er daran - an ein Wiedersehn -
mit seinem Engel - wär nicht mehr allein...

 

© Uschi R.

Bildchen aus den Poesiealben meiner Oma

 

Ich schreibe nur äußerst selten einen Autorenkommentar zu meinen Texten:
Doch heute muss ich einmal zur Erklärung ausholen, da anscheinend, warum auch immer, gerade dieser Text von einigen hier vollkommen missverstanden wurde.

Es ist eigentlich schon eine etwas zurückliegenden Idee zu einem sehr sehr schönen Gedicht eines mir sehr wertvollen Poetenfreundes, der damals festhielt wie sich ein Dichter fühlt, dessen letzte Stunde unmittelbar bevorsteht. Dieser Text hatte mich damals ziemlich berührt und in mir den Gedanken geweckt, wie es in dieser Situation um uns bestellt wäre.
Dies hat mit meinem sehr geschätzten Mentor, der leider im November verstarb nichts zu tun.

Da war noch von Corona oder anderen Unsäglichkeiten und Missverständnissen gar keine Rede.

Stellen wir uns nicht alle mal die Frage, ob uns noch die nötige Zeit bleibt, ob wir noch überhaupt die Chance bekommen den/dem liebsten Menschen im Leben zu sagen, was sie/er uns bedeuten? Seid ehrlich, wer kann schon sagen, ob es ihm überhaupt noch möglich ist, sich zu verabschieden und Lebewohl zu sagen - in welcher Form das auch immer erfolgen mag.

Ich denke mir, so wie es in meinem Fall gegeben ist, gibt es Menschen in meinem Leben, die mir derart wertvoll sind, mir soviel bedeuten und trotzdem weiß ich, dass es vermutlich NICHT möglich sein wird mich von ihnen verabschieden zu können, geschweige denn, sie überhaupt wissen zu lassen, dass es mich nicht mehr gibt.
Ich habe leider kaum noch Familie und meine Schwester, die in Amerika lebt, hat jeglichen Kontakt aus Interesselosigkeit abgebrochen...

Ein weiterer Aspekt der mir ebenso einfällt ist, dass es gerade uns Schreibenden doch auch in gewisser Weise die Sorge daran liegt, was wohl einmal aus unseren Texten, Gedichten, Kurzgeschichten werden wird nach uns.
Unter all diesen Betrachtungen, mit all diesen Gedanken habe ich diese Zeilen geschrieben, dies wollte ich damit zum Ausdruck bringen.

Wenn nunmehr so verschiedene Reaktionen darauf entstehen ist es eigentlich genaugenommen nicht die Reaktion die ich erhofft hatte und es stimmt mich unendlich traurig!
Ursula Rischanek, Anmerkung zum Gedicht

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