Edwin Tholen

Die traurige Betroffene

 

Sie hat viel geweint als sie verstanden hat,

was diese Krankheit aus seinem Wesen macht.

Oft saß er da, wie in einer Flasche aus Glas,

innen drin nur Stumpfsinn und Alkoholgas.

Er hat sich ein wenig von ihr entfernt,

wenig gegessen und sich falsch ernährt.

Ich muss was machen, hat sie sich gedacht,

will ihn nicht verlieren, er hat so vieles gemacht.

Will mit ihm alt werden, ich liebe ihn doch!

Aber wenn es so weiter geht? Was kommt dann noch?

Ich ziehe die Leine, Entzug im Krankenhaus.

Sie wünscht sich inniglich, da wird was draus.

Doch den Rückfall hat sie im angesehen,

und gedacht, so kann es nicht weiter gehen.

Guttempler, der Hausarzt und Suchttherapie,

sie dachte zuerst, er schafft das nie.

Doch dann die Entscheidung, er hat es gemacht,

sie hat ihn in eine Fachklinik gebracht.

Ein viertel Jahr, so soll es sein,

sie ist dann 12 Wochen zu Hause allein.

Besucht hat sie ihn, er sah schon viel besser aus,

und ich bin mir sicher, er kommt trocken nach Haus.

 

 

Bassum, 1.Juli 2020, Edwin Tholen

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