Patrick Rabe

Credo eines Menschen

 

Der Mensch, der denkt:

 „Es darf kein Mensch sein.“,

ist sein eig’ner Feind,

er tötet seinesgleichen auch,

und hat umsonst geweint.

Erst, wenn er weint, weil er erkennt,

durch ihn starb „Mensch“ fast aus,

wird Eis ihm Wasser, Feuer Licht,

und Liebe füllt sein Haus.

 

 

 

Ein Aufruf an alle Diktatoren, Verbreiter menschenfeindlicher Ideologien, Kämpfer gegen menschliche Bedürfnisse, und die, die glauben, „der Mensch sei des Menschen Problem“. Ihr irrt euch. Der Versuch, den Menschen frei von allen angeblich bösen Trieben und Eigenschaften zu bekommen, macht ihn zu etwas,  was nicht mehr menschlich ist, und was genau zu der Barbarei führen wird, die ihr alle befürchtet. Der Mensch braucht alles, was ihn ausmacht. Das Körperliche, das Seelische und das Geistige, das Irdische und das Göttliche, die Triebe, die Gefühle, und die Vernunft, die Liebe und den Hass, die Sanftheit und die Aggression, und auch das Eingeständnis von Angst, und des Zurückscheuens. Manchmal scheut man auch vor etwas zurecht zurück. Dennoch erachte ich die grundsätzliche Angst voreinander, und das Zurückscheuen vor echten, menschlichen Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen, und dass diese Bedürfnisse und bei sich selbst uneingestandenen Triebe in anderen sehen zu wollen, und sie dort als übergroße, und bekämpfenswerte Gefahr wahrzunehmen, was dazu führt, dass wir einander alle misstrauen, und uns gegenseitig die schlimmsten Absichten und Perversionen unterstellen, und dazu neigen, einander bis aufs Blut und notfalls Kriegerisch und mit Gesetzen und Strafen wie Gefängnis, Folter, Verstümmelung, Todesstrafe, etc.  zu bekämpfen, für das Grundproblem unserer Zeit. Wer sich seiner eigenen Liebe verschließt, der erfriert, wer sich seinen eigenen Trieben verschließt, den übermannen sie, und wer sich seiner Weichheit verschließt, wird hart, und wird dazu neigen, hart gegen andere vorzugehen. Wer seine eigene Zartheit sogar bekämpft, WIRD Dinge fordern, wie: Dieser Mensch, dieses Volk, dieses Land, und vielleicht sogar die ganze Menschheit und der ganze Planet müssen zerstört werden. Deswegen: Mensch! Bleib Mensch! Du hast keine Alternative dazu. Und das ist gut. Ansichten wie: „Es gäbe besser keine Menschen“, „der Mensch ist das Problem von allem“, „wenn der Mensch von diesen oder jenen Seiten seinerselbst befreit wäre, wäre alles besser“, etc. führen in die Selbstablehnung und damit letztendlich auch in die Ablehnung anderen Lebens. Der Mensch ist- wie alles andere in der Schöpfung auch – von Gott gut geschaffen worden. Was nicht unbedingt heißt: „Immer nur freundlich, lieb und angenehm verträglich.“ Das ist manchmal schwer zu händeln. Aber vor sich weglaufen zu wollen, und in einer verantwortungslosen Kinderwelt leben zu wollen, wo einem nichts geschehen kann, während draußen Panzer über Menschen rollen, Drohnen Bomben abwerfen, und die Politik uns langsam dem Kapitalismus zuliebe dezimieren will, einen Weltstaat mit für alle geltenden Gesetze anstrebt (siehe das neue Buch von Gerhard Schröder), und uns mit immer dreisteren Lügen versucht, von Sehen der Wirklichkeit wegzubringen (aus meiner Sicht ist unter anderem der Coronavirus eine solche Lüge) , halte ich für einen erwachsenen Menschen nicht für angemessen. Ein erwachsener Mensch sollte dazu in der Lage sein, moralische Verantwortung zu übernehmen. Und nicht gegen die eigene Spezies vorzugehen, ist dabei eindeutig der wichtigste Punkt. Wer aber nicht versteht, dass der Mensch ein Individuum ist, und keine „Masse“, die man vereinheitlichen kann, hat das Grundsätzliche nicht verstanden, und wird immer wieder anfällig sein für menschenfeindliche Parolen.

 

© by Patrick Rabe, 9. März 2021, Hamburg.

 

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