Jürgen Carmesin

Schlittschuhlaufen auf zugefrorenen Fließen im Spreewald

Schlittschuhlaufen auf zugefrorenen Fließen im Spreewald
- Gestern und Heute - mit kleiner Bilderreihe



Über 300 natürliche Wasserarme und Fließe , und künstliche , von
Hand durch mühevolle
Arbeit der Spreewaldbauern angelegt ,geben uns an kalten und
frostigen Wintertagen
die Möglichkeit , auf diesen zugefrorenen Wasserläufen und
überschwemmten Wiesen
uns fort zu bewegen .
Entweder man läuft über das Eis oder nutzt seit mehr als 100
Jahren die " Spreewälder
Schlittschuhe " Diese wurden in den dörflichen Schmieden
angefertigt . Es ist ein schwerer
und robuster Schlittschuh mit einer Laufschiene von 1 cm
Breite . Damit kann man
gut über raues Eis und eingefrorenes Schilf hinweggleiten .
Die Schlittschuhe werden mit Lederriemen an festem Schuhwerk an
geschnürt .

Typisch für einen Spreewälder Eisläufer ist zudem ein Eispickel,
ein Eschenstab , an
deren Spitze ein Eisenstachel mit Widerhaken befestigt ist .
Der Eispickel dient zum schnellerem Vorwärtskommen auf dem Eis
,zur Prüfung der
Eisflächen auf Sicherheit und als Rettungshilfe bei
Eiseinbrüchen .

Als Transportmittel auf dem Eis wird ein Stoßschlitten mit Kufen
genutzt .
Hierauf werden Gegenstände und auch Personen transportiert .
Die Personen wurden in wärmende Decken auf Heupolster eingepackt ,
an den
Füßen lag ein erwärmter Mauerstein oder eine Wärmflasche .
Als Proviant für unterwegs wurde Tee und gut belegte Schmalz- und
Leberwurststullen mitgenommen.
Das Brot wurde zu Hause im eigenem Holzbackofen frisch gebacken .

Nun konnte die Fahrt in die verschneite Spreewaldlandschaft
losgehen, wenn man
dann einen starken Schlittenschieber hatte !!

So fuhren Paare im Winter auch zu entlegenen Gasthäusern, wo
Musik und Tanz angesagt
war, denn im Winter hatten die Menschen mehr Zeit zum Feiern ,und
die Spreewälder
sind ein " Feierfreudiges Völkchen "

Nach Mitternacht ,wenn der Tanz zu Ende und das letzte Schnäpschen,
der " Scheidebecher " getrunken war ,
ging die Fahrt über das Eis bei Mondschein wieder nach Hause .

Wenn in unserer heutigen Zeit einmal die Fließe im Spreewald
zugefroren sind , braucht
man sich kein Proviant auf das Eis mitnehmen. Überall stehen dann
Verpflegungskioske
und Stände mit Glühwein und Tee im Angebot . Oder man isst ein
gutes Essen :Geschmorte Rinderbeinscheibe auf Gemüse
Auch kann man sich im Stoßschlitten , warm verpackt ,auf dem Eis
schieben lassen .
Es ist fasst wie vor 100 Jahren !!!


Jürgen C a r m e s i n
aus Burg im Spreewald

im stürmisch und tief verschneiten Corona- Februar 2021














Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Jürgen Carmesin).
Der Beitrag wurde von Jürgen Carmesin auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 10.03.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Keine Spur von Mirko (Kriminalroman) von Yvonne Habenicht



Ein Kriminalroman ohne Leichen, Blut und die übliche Klarsicht von Gut und Böse. Dafür geht hier um menschliche Schicksale, die nur allzu vorstellbar sind. Im Mittelpunkt ein ergreifendendes Schicksal von Mutter und Kind.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Gedankensplitter" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Jürgen Carmesin

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Weihnachtsgedicht / Lied aus dem Spreewald von Jürgen Carmesin (Gedichte aus der Heimat)
Persönliche Interpretation von Descartes von Hans Witteborg (Gedankensplitter)
Zunehmend von Margit Farwig (Besinnliches)