Janna Ney

Die Krötenkönigin

 

Amandus war ein hübscher Junge,

mit frechem Blick und spitzer Zunge.

Sein Lieblingsspielzeug war ein Ball,

den er aus reiner Lust am Knall

den Kröten an die Köpfchen warf.

Auf dieses Spiel war er ganz scharf.

 

An einem warmen Tag im Mai,

er hatte eine Woche frei,

verputzte er ein Dutzend Bierchen.

Dann zielte er auf eins der Tierchen.

Doch diesmal floh die Kröte nicht,

es blitzte und aus hellstem Licht

 

formierte sich ein hübsches Weib,

mit Lockenpracht und schlankem Leib.

Das mochte er, das war ein Spiel,

dem er bedingungslos verfiel.

Von nun an jagte er den Lurch.

Er hatte fast schon alle durch,

 

als er den Ball zu einem kickte,

der still hielt und ergeben nickte.

Der Knall war diesmal ziemlich heftig,

denn eine Dame - groß und kräftig –

entwand sich ihrer Unkenhaut

und hat sich vor ihm aufgebaut.

 

Amandus musste plötzlich schlucken,

er traute sich kaum hinzugucken.

Die platinblonden Strähnen hingen

bis zu den fetten Hüftfleischringen.

Sie hatte einen Riesenpo

und ihre Beine standen O!

 

Er fühlte sich verdammt befangen,

doch ihre dicken Arme schlangen

sich gnadenlos um seine Taille:

„Ich werde nun mit dir, Canaille,

der Langeweile Beine machen.“

Dann lachte sie, wie Drachen lachen.

 

Sie schleppte ihn zu sich nach Haus

und trieb ihm jede Spiellust aus.

Als sie nach Wochen ihn verstieß,

weil sie die Leidenschaft verließ,

entkam er kläglich seinen Nöten.

Er schaute nie mehr nach den Kröten.



Janna M. Ney

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