Patrick Rabe

Patrick Guitar

 

Patrick Guitar

 

Ich sitz hier im Zimmer, das Oberlicht an,

sie stellen mir Fallen, sagen, ich sei kein Mann,

wenn ich Rücksicht nehme, sagen sie, ich verbiege

mich, und was ich glaube, zur tödlichen Lüge,

dass ich Welten töte, wenn ich ehrlich bin,

und wenn ich dann schleime, heißt es: „Wir kriegen’s hin!“.

 

Ich zieh mir den Pulli vorm Fenster aus,

Manic Depression im Spießerhaus,

sie erzählt mir hier alles, und alles ist wahr,

Electric Guitar. Electric Guitar.

 

Die Nacht ist mein Mädchen, ich bin oft gefloh’n,

durch die Hintertür raus, so wie auch Bono schon,

und ich warf Gottes Schlüssel wie in „First time“ weg,

doch den eigenen nicht, und dich nicht in den Dreck,

die du bei mir gebeichtet, die ich bei mir geliebt,

du warst eine von vielen, aber ich bin kein Dieb.

 

Ich zieh ihr den Pulli vor dem Spiegel aus,

Sex and drugs im Winkelhaus,

sie beichtet mir alles, und alles ist wahr:

Acoustic Guitar, Acoustic Guitar.

 

Sie lesen mein Leben als Rätsel im Baum,

als Tropfen im Regen, als Blutspur im Schaum,

und sie knipsen sich Fotos, wenn ich korrespondiere,

und mich Head over Heels in der Netzfrau verliere,

und ich in sie stürze, und sie auch in mich,

und ich nichts dabei rette, außer nur sie und mich.

 

Und ich zieh mir den Spiegel vor dem Pulli aus,

Panikattacken, doch ich halt sie aus,

und ich flüster‘ den Namen,den sie in mir sah:

Gott Patrick Guitar. Gott Patrick Guitar.

 

 

 

© by Patrick Rabe, 24. März 2021, Hamburg.

 

Gewidmet Dirk von Lowtzow, der das Lied "Electric Guitar" geschrieben hat, und Tanja Grahl.

Aber auch allen anderen, die die beiden Frühlinge, Sommer, Herbste und Winter 1998 und 1999 mit mir er-und durchlebten.

 

 

 

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.03.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Die Glaubens-und Liebesgedichte von Patrick Rabe sind mutig, innig, streitbar, vertrauens- und humorvoll, sie klammern auch Zweifel, Anfechtungen und Prüfungen nicht aus, stellen manchmal gewohnte Glaubensmuster auf den Kopf und eröffnen dem Leser den weiten Raum Gottes. Tief und kathartisch sind seine Gedichte von Tod und seelischer Wiederauferstehung, es finden sich Poeme der Suche, des Trostes, der Klage und der Freude. Abgerundet wird das Buch von einigen ungewöhnlichen theologischen Betrachtungen. Kein Happy-Clappy-Lobpreis, sondern ein Buch mit Ecken und Kanten, das einen Blick aufs Christentum eröffnet, der fern konservativer Traditionen liegt.

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