Harry Krumpach

Sehr früh am Morgen denk ich dran

 

 

Sehr früh am Morgen denk ich dran,

wann fing Veränderung wohl an.

Die Zeit macht mir schon morgens klar,

dass nichts mehr ist, wie es gestern war.

 

Was gestern wahr, ist nicht mehr klar,

das Absolute wandelbar.

Was gestern hat man unterschrieben,

ist unerklärlich heut geblieben.

 

Und auch die Leader hört man klagen,

sie hätten noch so viel zu sagen,

sie hätten doch nur so, mal eben,

das Zepter aus der Hand gegeben.

 

Zum Wohl von allen sei es geschehen,

es müsste doch so weiter gehen;

wie sich s bewährt seit alten Tagen,

nur keinen neuen Anfang wagen.

 

Schön weiter in den alten Gleisen,

da können sie bestens sich beweisen;

da zaubern sie, das tut so gut,

verstaubte Parolen aus dem Hut.

 

Da heißt es nur, ein weiter so,

im eignen Boot ist man so froh;

da geht der kleine Michel Mann,

im andern Boot keinen was an.

 

Da sind vielleicht die Spareinlagen

und Steuern noch in späteren Tagen.

Im Hinterkopfe denkt man schon dran,

wie weiter ihn man schröpfen kann.

 

Und sollte noch was übrig sein,

so macht die EZB es klein;

denn die stellt keiner gerne bloß,

in klein machen ist die zu groß.

 

 

Doch vorerst, wird man sich, so eben,

in holder Eintracht wohl bewegen;

damit Herr Michel nicht vergißt,

wer wieder hier zu wählen ist.

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 27.03.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Das Mädchen aus Oberschlesien von Brigitte Hanisch



Das kleine Mädchen Brigitte wächst wohlbehütet in einer Großfamilie im katholischen Oberschlesien auf. 1938 siedeln die Eltern mit Brigitte nach Kiel um. Dort wird Ihre Schwester Eva-Maria geboren. 1939 beginnt der Krieg und Kiel wird besonders gebeutelt. Entsetzliche Jahre für das kleine Mädchen. Tag und Nacht Bombenangriffe. Hungersnot und immer die Angst um den Vater. Das Mädchen ist seelisch in einem so schlechtem Zustand, dass die Eltern Brigitte nach Oberschlesien zur Schwester der Mutter schicken. Dort wird sie eingeschult und geht auch in Schomberg zur ersten heiligen Kommunion. In den nächsten Jahren pendelt sie hin und her. Kinderlandverschickung nach Bayern, Kriegserlebnisse in Kiel, danach wieder zurück nach Oberschlesien zur Erholung. Dort aber hat sie große Sehnsucht nach ihrer Schwester und den Eltern und fährt deshalb Weihnachten 1944 nach Kiel zurück. Das ist ihr Glück, denn im Januar 1945 marschieren die Russen in Beuthen ein.
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