Patrick Rabe

Wenn der Prophet schweigt

Wenn der Prophet schweigt

(Mohammedkarikatur, neben eine Teetasse auf den Untersetzer gemalt)

 

Wenn der Prophet schweigt, ist er wohl alleine,

ist bei sich und trinkt wohl ein bisschen Tee,

er sehnt sich nach dem Mädchen, zart sind ihre Beine,

schön ihre Brüste, und im Himmel Schnee.

 

Der fällt in Flocken, leise und bedächtig,

und Lächeln ist auf des Propheten Mund,

es war ein Kampf, ein Ringen wieder nächtig,

doch kam der Morgen, wurde er gesund.

 

Und nur der Störer, der ihn stets tut quälen,

will alles besser machen, als des Meisters Hand,

ein Vorschlag stimmt, den sollte er wohl wählen,

wählt er den Falschen, bebt das ganze Land.

 

Ein zartes Wesen legt die Hand so zärtlich

auf seine Schulter, gibt ihm etwas Halt,

sie ist die Liebste, sie ist gegenwärtlich,

und sie ist da und nicht da, wird ihm etwas kalt.

 

Und dann sinkt er mit ihr ins Unvollkomm’ne,

und malt mit ihr das Lied der Lust im späten Licht,

und auch die andere ist bei ihm, die Genomm’ne,

Karikaturen malt er, wird zu einer nicht.

 

 

 

 

Meine muslimischen Freunde mögen mir das verzeihen, es gibt ja noch ein paar andere Propheten als nur Mohammed, und ich hatte beim Schreiben dieses Gedichtes eigentlich auch nicht an ihn gedacht. Sondern eher an jemanden, der am Wochenende allein ein paar Skizzenübungen auf seinen Zeichenblättern macht, ein paar Gitarrensaiten anzupft, ein Gedicht schreibt, und sich nach einer Frau sehnt, die nicht kommt. Es ist mir selbst und vielen anderen Künstlern, die ich kenne gewidmet.

 

Insbesondere ist es für Sven Regener.

 

 

 

© by Patrick Rabe, 27. März 2021, Hamburg.

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