Horst Werner Bracker

Geh zu mein Junge - go to, my boy -

Geh zu, mein Junge - Go to, my boy -
 
 
Damals 46.
 
Geh‘ zu, mein Junge, in der Nacht hat es gefroren!
Eis liegt auf Regenpfützen und Gräben
Die feuchte Kälte kommt aus den Mooren,
wo die Götter der kaltherzigen Frostigkeit leben.
 
Du sagst, - du wärst das einzige Kind in der Stadt
Keine Eigene Schuhe an den Füßen hat, wie jedes Kind.
Für Schuhe hungert man nicht, - esse dich satt!
„Nein!“ Nein! Mama du musst Essen, unbedingt
 
Sonst wirst du krank und wir brauchen dich
Du sollst nicht sterben Mama, am Hungertod
„Nein!“, nein Mama, dass erlaube ich nicht!
Wir bleiben zusammen, auch in der Not!
 
Mutter weint, ihr Gesicht ist ganz nass
Ihre Augen blicken müd, voller Traurigkeit
Ihr gesunder, Teint, ist seltsam blass
Verloren hat sie jedwede Fröhlichkeit
 
Der zweite Weltkrieg ist endgültig zu ende.
Die Rache der Sieger fordert ihren Tribut
Den mit der archaischen, geschichtlichen Wende
Entlädt sich die Tribunale Massen Wut.
 
Die Deutschen sollen Büßen, was sie getan
Ungesühnt, kommt kein Deutscher davon –
Hier gilt die Devise, - Zahn um Zahn.
Da gibt es nichts zu deuten und kein Pardon!
 
Die besiegten, malträtierten, - sollen Leiden!
Hungern, darben an der Grenze, zu leben, Tod
Die Deutschen Verlierer sind nicht zu beneiden.
Manch „Großen,“ sogar der Galgen bedroht!
                                          *
01.04.2021 E- Storie

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